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ALLES SO SCHÖN RETRO: Die Licht-Show der australischen Profi-Cover-Band erinnert an die Technik, die Pink Floyd selber in den 90ern verwendete.© Tim Schaarschmidt

Konzert

Australian Pink Floyd Show in Swiss-Life-Hall

Ein sphärisches Intro wallt durch die Swiss-Life-Hall, dunkel, wie die Wolken über Hannover. Knapp 2000 Zuschauer freuen sich auf britischen Prog-Rock der ersten Stunde; liest man die Nummernschilder auf den Parkplätzen, kommen sie aus ganz Niedersachsen zum Cover-Abend der Australian Pink Floyd Show.

Hannover. Zu „Shine on you Crazy Diamond“ blenden Scheinwerfer in die Menge, schmerzhaft und giftig gelb. Syd Barretts schwarzweißes Foto besänftigt die Netzhaut, er bekommt Extra-Beifall. Vieles der Pink-Floyd-Musik beruht auf dem gebrochenen Genie des Original-Gitarristen.

„Time“ bietet neben den massenweisen Uhren und Zifferblättern viel Zeit für ein ausgiebiges Gitarrensolo. Pink Floyd ist eben auch Session-Mucke, lange Parts, melancholische Akkorde, wenig Gesang. Lara Smiles - oder „Lovely Lara“, wie sie einige Fans nennen - singt herzzerreißend „The Great Gig in the Sky“. Ein Instrumentalstück mit einem Gesangssolo, ähnlich meisterhaft und ergreifend wie „Gimme Shelter“ von den Rolling Stones. Das ist eine klasse Leistung der lieblichen Lara, sie bekommt viel Szenenapplaus.

Die Band braucht einen längeren Anlauf, Eingangs ist es zäh und klebrig, endlich wird es leidenschaftlich und schneller. „Wish you Were Here“ besticht mit grünen Laser-Fächern, „Aussie Floyd“, wie sie sich selbst nennen, benutzen eine 90er-Jahre-Lichtshow, ganz wie ihre Vorbilder, darunter die berühmte runde Videoleinwand. Die ist inzwischen veraltet und wenig attraktiv, vielleicht sollten die Australier da auch einmal nacharbeiten.

Der neue Sänger Chris Barnes und seine Kolleginnen kommen und gehen zu den Songs. Eine Unsitte, zu sehen bei vielen Prog-Rock-Bands, das wertet die Show ab. Das satt gehörte „Another Brick in the Wall“ kommt mit einer fetten Bass-Gitarre, der Hubschrauber kreiselt durch die Boxen, tiefe 70er und doch so nah.

Pink Floyd waren eine Blues-Band und eine Bass-Band, an Songs und Sounds bastelte unter anderem Roger Waters. „Roger hat aber besser gesungen“, meint eine Besucherin - Jammern auf hohem Niveau. Ein aufgeblasenes Känguru wackelt auf der Bühne, ein fliegendes Schwein linst gefährlich, das überlebensgroße, aufgeblasene Lehrer-Monster darf auch nicht fehlen. Zu dem Klassiker „Comfortably Numb“ („Hello, Is There Anybody out There?“) dreht sich die überdimensionale Diskokugel, während David Domminney Fowler an seinen Saiten zieht.

Viel Beifall und gute Stimmung bei den Pink-Floyd-Boys und -Girls aus Down Under.

Bewertung: 4/5

VON KAI SCHIERING


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