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Kultur Aufbruch in der Villa Seligmann
Nachrichten Kultur Aufbruch in der Villa Seligmann
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18:04 11.02.2019
Neuee künstlerischer Direktor: Der Cellist Eliah Sakakushev-von Bismarck. Quelle: Foto: dpa
Hannover

Jünger, facettenreicher und mehr Konzerte: Die Villa Seligmann präsentiert ab diesem Jahr ein deutlich ausgeweitetes Programm. „Wir öffnen uns“, ist das Motto von Eliah Sakakushev-von Bismarck, der ein dickes Paket mit viel Musik, Workshops, Gartenfesten, Ausstellungen und Lesungen vorstellte.

Am 10. März geht es los unter dem bezeichnenden Titel „Wie alles anfing“ mit der deutsch-israelischen Sopranistin Talia Or und dem brasilianischen Pianisten Marcelo Amaral – mit prunkvollen Jugendstil-Liedern von Mahler und Korngold, Kabarettliedern von Schönberg und jiddischen Kinderliedern von Weinberg.

Solch ein Abend steht schon für das, was Eliah Sakakushev-von Bismarck hier vorhat. Der versierte Cellist hatte vor sechs Monaten die Leitung des Hauses von Musikprofessor Andor Izsák übernommen. Die Villa Seligmann soll nun noch weiter ein „wahrer Ort der Begegnung, ein Think Tank über deutsch-jüdische Freundschaft“ werden.

Das sollte gelingen, denn dafür stehen die 30 Veranstaltungen (20 in 2018) von 40 Künstlern aus 19 Nationen. Neu wird auch das „Salon-Gespräch“ jeweils im Anschluss. Der 40-jährige Cellist will sich mit den Künstlern nicht nur über ihre Aufführungen unterhalten, sondern auch die „gesellschaftlich-politische Aktualität des deutsch-jüdischen Zusammenlebens“ ins Zentrum stellen.

Sakakushev-von Bismarck fühlt sich der Aufbauarbeit durch Andor Izsák verpflichtet. Natürlich werde auch die synagogale Musik gepflegt – allerdings in einem erweiterten zeitlichen Rahmen, bis zurück in die Renaissance und von dort bis in die Gegenwart. Und das kann dann auch als „Verikale Gedanken“ (25. April) formuliert werden – wenn Sophia Jaffé und Björn Lehmann Werke von Mendelssohn bis Morton Feldmann spielen.

Echte Entdeckungen versprechen auch Konzerte wie „Yedid Nefesh – Geliebter meiner Seele“ (23. Mai) mit sephardischer Lyrik des Mittelalters oder „Chasanut meets Tango“ (15. September), bei dem der Argentinier Isidoro Abramowicz zu Gast ist, Kantor der einzigen deutschen Synagoge mit Orgel.

Dank seiner Verbindungen in die internationale Szene holt der neue künstlerische Leiter Klassikstars in den Villa („zum Freundschaftspreis“): Die prämierte Geigerin Ioana Christina Goicea wird das Release-Konzert zu ihrer neuen CD (26. September) in Hannover geben.

Nachbarschaft“ sei auch ein zentrales Thema für die zukünftige Arbeit der Villa Seligmann, so Sakakushev-von Bismarck: Nachbarschaft wörtlich bezogen auf die direkte Umgebung der Villa, aber auch die zwischen Deutschen und Juden. Die Villa Seligmann wird dann am 15. Juni an der Langen Nacht der Museen teilnehmen und unter dem Titel „MoskauBerlinWien“ beim „Europatag“ (9. Mai) mitmachen.

Die Villa Seligmann bietet vier besondere Abos zu ermäßigten Preisen (acht Konzerte besuchen, sieben zahlen) an, eines widmet sich besonders der Kammermusik, ein anderes der synagogalen Musik, und bei einem hat man freie Auswahl bei acht Veranstaltungen (je 182 Euro in der Halle, 126 im Salon).

Wer sämtliche Veranstaltungen besuchen möchte, kann auch ein Jahresabo buchen (566,95 Euro in der Halle, 311,10 im Salon). Der Vorverkauf hat bereits begonnen (Tickets und auch die Abos gibt es in den NP-Ticketshops – Ausnahme: das mit der freien Auswahl). Die Abos haben ein begrenztes Kontingent.

Von Henning Queren

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