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"Portfolio Marilyn" von Andy Warhol in der Ausstellung "YES!YES!YES! WARHOLMANIA IN MUNICH" im Museum Brandhorst.

"Portfolio Marilyn" von Andy Warhol in der Ausstellung "YES!YES!YES! WARHOLMANIA IN MUNICH" im Museum Brandhorst. © Sven Hoppe

Kunst

Andy, die Puppe - Warhol-Performance in München

Die Pop-Art-Ikone Andy Warhol (1928-1987) schrieb einst ein Broadway-Stück, das nie aufgeführt wurde. Am Sonntagabend ist eine Performance auf der Grundlage dieses Stückes im Münchner Museum Brandhorst auf die Bühne gekommen.

München. Das Puppentheater der Formation United Puppets spürt dem Phänomen Warhol auf ungewöhnliche und unterhaltsame Weise nach. "A No Man Show - An Evening with Andy Warhol" heißt die Veranstaltung, bei der Warhol von einer realistisch aussehenden, roboterartigen Puppe vertreten wird - gemäß seinem Motto "I am a machine" (Ich bin eine Maschine).

Warhol, der Ikonen wie Marilyn Monroe in knallbunten Farben inszenierte, war nicht nur eine Kunst-Ikone, sondern galt auch selbst als so unnahbar wie eine Kunstfigur. Die Performance in München denkt diese Idee weiter und inszeniert den König der Pop-Art als Puppe - kopulierende Micky Mäuse mit Hang zu Sado-Maso inklusive: "Hau mich, meine Ficky Maus."

Nur einen Meter groß ist die Warhol-Puppe, die von einer Puppenspielerin bewegt und mit einer verzerrten Stimme versehen wird. Diese Stimme spricht berühmte Gedanken Warhols nach wie den von den 15 Minuten Ruhm für jeden. Dabei wird Popcorn gegessen. "Es sieht aus wie Plastik, es schmeckt wie Plastik. Ich liebe Plastik." Das Stück inszeniert Warhol so, wie viele ihn erlebt haben: als gefühlsarme Kunstfigur, als menschgewordene Plastik.

Um das zu unterstreichen, streitet sich der Puppen-Warhol sogar mit Micky Maus um den Status als berühmteste Comic-Figur. "Meine Welt besteht aus A und B. Ich bin A, B sind alle anderen", sagt Warhol. Micky kontert: "Ich war schon ein A, als er noch ein C war und als Grafikdesigner Schuhe gemalt hat."

Es gibt Interviews mit der Warhol-Puppe, in der sie auf die Frage: "Was ist Pop-Art" nur mit "Ja" antwortet, und auf die Frage nach dem Beruf sagt er unter Bezug auf seine Factory-Studios in New York: "Fabrikbesitzer."

Auch Valerie Solanas, die 1968 auf Warhol schoss und ihn schwer verletzte, kommt zu Wort: "Nach sechs Wochen stand er einfach wieder auf - wie eine Maschine." Die Performance inszeniert auch ein Treffen mit Warhol und einem seiner berühmtesten Motive Marilyn Monroe. Die rät ihm: "Mach doch, was Du immer machst: Du fotografierst berühmte Leute und malst sie bunt an."

Die Performance "A No Man Show", die schon in Berlin oder Nürnberg zu sehen war, ist in München Teil des großen Warhol-Schwerpunktes mit dem Titel "Warholmania", mit dem das Museum Brandhorst und das Filmfest München einen sehenswerten Einblick in das enorme Schaffen des Ausnahmekünstlers Warhol zwischen Pop-Art und Subkultur geben.

dpa


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