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Mondän: Andrea Schroeder.

Mondän: Andrea Schroeder.
© Handout

Pop

Andrea Schroeder und die dunkle Seite des Pop

Mondäneren Pop macht in Deutschland niemand – nun kommt die großartige Musikerin Andrea Schroeder mit ihrem Album „Void“ nach Hannover. Ein Porträt.

Hannover. Jung sieht sie aus auf dem Cover ihres aktuellen Albums, unschuldig, ein wenig wie die kleine Schwester von Carolin Kebekus. Doch hinter dieser Fassade von Andrea Schroeder lauern Abgründe, was sofort bemerkt, wer den ersten und zugleich den Titelsong, „Void“ hört. Da singt sie in ihrer schönen tiefen Alt-Stimme vom großen Nichts, das uns in Stereotypen umgebe: „It all goes down“ – alles geht bergab.

„Die Welt ist kein lustiger Ort, der Mensch nicht grundweg gut, und ich kann das nicht ausblenden, wenn ich schreibe“, sagt sie. Pop Noir wird ihre Art von Musik genannt, die so tief- wie abgründig ist. Schroeder klingt wie das Wunschkind einer Ménage-à-trois von Nick Cave, Nico und Tom Waits, abgeklärt, düster, tröstlich.

Kaum zu glauben, dass sie lange nach einer künsterischen Ausdrucksform suchte, mit dem Gesang sowieso erst ernsthaft begann, nachdem sie nach einer Operation zeitweilig die Stimme verlor, brauchte erst „die Bereitschaft, mit dem nötigen Wahnsinn aufzutreten“.

Geboren im letzten Drittel des vergangene Jahrhunderts in Ostwestfalen (genauer soll man es gar nicht wissen) zog es sie zunächst als Grafikerin und Model nach München, später nach Kopenhagen, zu ihrem Partner Jesper Lehmkuhl, schließlich nach Berlin.

Ihr Debüt, „Blackbird“, erschien 2012 und erntete frenetische Kritiken: Da war er endlich, der mondäne Pop aus Deutschland, „Void“ ist das dritte Werk der Perfektionistin: „Wenn ich könnte, würde ich wohl 30 Jahre an einem Album arbeiten“, sagt sie. Zum Glück tut sie es nicht, denn, wie sie selber sagt: „Traurige Songs zu hören, heilt.“ Wenn das stimmt, müsste es ihre Konzerte auf Rezept geben.

Am 17. November treten Andrea Schroeder und Band ab 20 Uhr in der Reihe „Songbirds“ im Pavillon auf. Eintritt: 25, ermäßigt 21 Euro.

Von Stefan Gohlisch


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