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Kultur „Amadeus“ mit der NDR Radiophilharmonie
Nachrichten Kultur „Amadeus“ mit der NDR Radiophilharmonie
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16:51 26.01.2018
Übergroß: „Amadeus“ auf der Leinwand über den Köpfen von Mädchenchor und NDR Radiophilharmonie. Die Konzerte waren ausverkauft. Quelle: Foto: Behrens
Hannover

Ein irres Lachen gellt durch den Großen Sendesaal des NDR. Nein, hier ist weder ein Orchestermusiker noch ein Besucher übergeschnappt, vielmehr gibt Mozart persönlich dieses Gewieher von sich. Besser gesagt, Schauspieler Tom Hulce als Mozart – wir wohnen gerade einem der äußerst beliebten Filmkonzerte bei, und diesmal ist „Amadeus“ angesagt, der mit Preisen überhäufte Blockbuster von 1984, in dem Hulce dem tragischen Titelhelden als Markenzeichen eben jene schrille Freudenbekundung verpasst.

„Live to projection“ heißt das Motto: Der Film läuft im Original mit Untertiteln, und es erklingen die ursprünglichen Soundeffekte; die Musik indes wird live gespielt, diesmal in besonders großer Besetzung – zur NDR Radiophilharmonie gesellen sich der Mädchenchor Hannover, die Herren des hannoverschen Knabenchors und Pianistin Patricia Ulrich, während Dirigent Ludwig Wicki die Oberaufsicht hat.

Es ist gar nicht so leicht, hier den Überblick zu behalten, zumal noch ein Tick mehr Aufmerksamkeit gefragt ist als ohnehin schon. Denn dem Film mangelt es nicht an Dirigierszenen, und es würde sehr auffallen, wenn die Musik nicht supersynchron den Armbewegungen von Mozart oder seinem Gegenspieler, dem zunehmend von Neid zerfressenen Antonio Salieri, entspräche. Wer mit ganz scharfen Augen und überspitzen Ohren dasitzt, kann tatsächlich ein-, zweimal vielleicht eine Zehntelsekunde Differenz ausmachten, das fällt aber überhaupt nicht ins Gewicht.

„What you see is what you get“: Was da von Mozart zu erklingen hat, folgt den Bildern. Das wird etwa dann eine heikle Aufgabe, wenn Salieri Mozarts Noten durchblättert, zunehmend bestürzt ob der Qualität der unterschiedlichen Kompositionen – dann sind auch von den Musikern schnelle Schnitte gefordert, und sie werden geliefert.

Wenn ausgezeichnete Instrumentalisten und hervorragende Chöre live agieren, kommt nicht nur visuell eine zusätzliche Ebene ins Spiel. Der Abend wird schnell höchst intensiv; dass es eine Pause gibt, ist angesichts der beträchtlichen Filmdauer nachvollziehbar, aber fast ein bisschen schade.

Großer Beifall, und wer ein solches Konzert miterleben will, sollte schnell schalten, sobald irgendwann das nächste Programm bekanntgegeben wird – die beiden „Amadeus-Live“-Vorstellungen sind jedenfalls ausverkauft.

Von Jörg Worat

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