Navigation:
|
Messe

MCM Comic Con startet in Hannover

Premiere in Hannover! Am Wochenende findet zum ersten Mal die MCM Comic Con in Deutschland statt. NP-Redakteurin Maike Jacobs hat Expertin Swantje Wieland von der Comicbuchhandlung Comix gefragt, welche Helden aktuell angesagt sind.

Jedi aus Hannover

Aayla Secura war eine echte Jedi-Berühmtheit. Selbst über ihren Tod hinaus wurde die schöne und mächtige Frau mit dem auffälligen Kleidungsstil verehrt. Bei der Gruppe „Star-Wars-Fans-Hannover“ stellt Monique Hapke die Jedi-Kämpferin dar. Vor etwas mehr als einem Jahr hat sich die Fangemeinschaft in Hannover gegründet, seitdem präsentieren sie sich bei Facebook, treffen sich zum Stammtisch, haben eine Kostümgruppe und mehr: „Bei uns ist jeder willkommen, der sein Star-Wars-Hobby ausleben möchte. Wir haben einen Helmsammler, ein Mitglied baut Lichtschwerter, eine Künstlerin malt Bilder – auf der Messe wollen wir zeigen, was man als Fan oder Gemeinschaft um Star Wars herum alles machen kann“, sagt Jan Tasarek (35). Er ist der Sprecher der „Star Wars Fans Hannover“. Auf der MCM präsentieren sie sich mit eigenem Stand. Ein Highlight: Einige Mitglieder kommen als Star-Wars-Figuren verkleidet, mit ihnen können sich Besucher vor einer Fotowand fotografieren. Als Sponsor konnten die Fans den Comix-Laden (Goseriede 10) gewinnen. „Star Wars ist einfach Kult“, sagt Comix-Chefin Swantje Wieland. Auf der Messe selbst werde der Comix-Laden nicht vertreten sein, da ihr Comicangebot zu vielfältig und der Zeitaufwand zu groß ist: „Aber der Fanclub verteilt Flyer von uns.“ Mehr Informationen HIER

Kampf gegen Zombies

Worum gehts? Rick Grimes aus „The Walking Dead“.
Handlung: „The Walking Dead“ ist eine US-Fernsehserie, deren Grundlage die Comicserie von Robert Kirkman und Tony Moore ist. Die Story erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe Überlebender nach einer weltweiten Zombie-Apokalypse. Held der Serie ist Rick Grimes, eine Ex-Deputy-Sheriff, der die Überlebenden auf der Suche nach einer neuen sicheren Unterkunft anführt. Grimes, gespielt von Andrew Lincoln, wird dank seines Verantwortungsbewusstseins und seiner starken moralischen Vorstellungen schnell zum Anführer. Doch auch er muss immer wieder Niederschläge und Verluste ertragen und so verändern sich Grimes wie auch seine Gefolgsleute im Laufe der Zeit angesichts der Katastrophe.
Bei der Geschichte geht es neben Action und Horror auch um die Frage, wie sich Menschen verändern, wenn sie um sonst selbstverständliche Dinge kämpfen müssen. Thematisiert werden Kannibalismus, Selbstmord, Abtreibung, Rassismus und präventive Tötung von Erkrankten. Die Szenen sind teilweise sehr brutal und eklig. Aktuell wird die siebte Staffel gedreht.
3 Übrigens: Die zugrunde liegende Comicserie, die in den USA seit 2003 erscheint, wird durchgängig von dem Autor Robert Kirkman geschrieben – das gibt es im Comicbereich nicht so häufig. „The Walking Dead“ gehört zu den meistgelobten und erfolgreichsten US-Serien der letzten Jahre, ist ausgezeichnet mit dem Eisner Award als beste Serie. „Inzwischen lesen viele Fans der TV-Serie auch begeistert die Comics“, sagt Swantje Wieland von Comix, „das sind dann oft gar nicht die klassischen Comic-Leser“.

Nichts für Feiglinge

Worum gehts? AlleKämpfer aus Game of Thrones.
Handlung: Eine Story ohne den zentralen Helden? Doch, das gibts. Game Of Thrones, die kultige US-Fantasy-Fernsehserie, hat wie ihr literarisches Vorbild „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin keinen eindeutigen Hauptdarsteller. Vielmehr gibt es mit jedem neuen Band – in der deutschen Ausgabe sind es bisher zehn Bücher – weitere Hauptcharaktere. Hatte der erste Band nur neun zentrale Figuren, sind es nach Abschluss des zehnten Bandes mittlerweile 31.
Und die Geschichte gewinnt zunehmend an Komplexität: Die Gesamtzahl der in den Büchern namentlich erwähnten Figuren beträgt mittlerweile über 1000. Für Autor Martin ist das ein wichtiger Aspekt, da er in dieser Serie so auch immer wieder Helden unerwartet sterben lassen kann, da es ja noch viele weitere gibt. Und als Leser oder Zuschauer ist man daher nie sicher, ob die derzeitige Identifikationsfigur auch das Abenteuer tatsächlich überlebt.
Die Serie ist ein Mega-Erfolg. Es gibt Merchandising-Produkte, Video-Spiele, auch eine mehrbändige Graphic-Novel erzählt die Saga: „Sehr viele Fans sind durch die TV-Serie an die Bücher gekommen“, sagt Swantje Wieland, Mitinhaberin vom Comicfachgeschäft Comix: „Und das sind nicht nur die klassischen Fantasy-Leser.“
3 Übrigens: Auf der MCM Hannover sind einige bekannte Heldengesichter der Serie. Dean-Charles Chapman, der den jungen König Tommen Baratheon spielt, kommt ebenso wie die Schauspieler Ian Beattie (Meryn Trant), Ian McElhinney (Barristan Selmy) und Josef Altin (Pypar). Für Autogramme verlangen sie jeweils 25 Euro, für Fotos mit dem Star 35 Euro – happig!

Antiheld mit Ironie

Worum gehts? Wade Wilson aus Deadpool.
Handlung: Deadpool ist eine Comicfigur, die Anfang der 1990er Jahre ihren ersten Auftritt hatte. „Sie ist derzeit der populärste Held“, sagt Swantje Wieland vom Fachhandel Comix an der Goseriede. Deadpool, im rot-schwarzen Ganzkörperkostüm samt Maske und Sichtlinsen, ist der Söldner Wade Wilson, der Krebs hat und sich freiwillig zu Menschenversuche meldet. Diese Versuche retten ihm zwar das Leben, aber entstellen seinen Körper und kosten ihm fast den Verstand. Deadpool hat so viel Wortwitz und Ironie, dass ihn das fast zum Antihelden macht. Er verfügt über sagenhafte, übernatürliche Selbstheilungskräfte, ist ein guter Schütze und Schwertkämpfer, kann sich an Orte teleportieren und durchbricht regelmäßig die „vierte Wand“: Da er weiß, dass er in einem Comic ist, spricht er seine Leser an und kommentiert auch die Story. Sein Vorbild ist übrigens Spiderman, er hadert damit, gut sein zu wollen, aber trotzdem immer wieder Menschen umzubringen.
3 Übrigens: Seit 2004 gab es immer wieder Bestrebungen, Deadpool zu verfilmen, doch immer wieder wurde das Projekt auf Eis gelegt, da Investoren und Filmfirmen am Erfolg zweifelten. Nur Schauspieler Ryan Reynolds hat sich die ganzen Jahre für die Story eingesetzt – schließlich mit Erfolg: Im Februar 2016 kam Deadpool in die Kinos, mit Reynolds, der auch Mitproduzent ist, in der Hauptrolle. Bis Ende April 2016 spielte der Film weltweit über 760 Millionen US-Dollar ein und ist einer der erfolgreichsten Marvelfilme. Die speziellen Elemente sind im Film erhalten worden, immer wieder spricht Deadpool mit den Zuschauern und weiß auch, dass Ryan Reynolds ihn spielt.

Giganten der Vergangenheit

Worum gehts? Die Assassine aus Assassin‘s Creed.
Handlung: Assassin‘s Creed ist ein Computerspiel, das 2007 zum ersten erschien. Das Spiel hat eine opulente Handlung, die sich in der Zeit der Kreuzritter ansiedelt. Altaïr, die Hauptperson, bekommt vom Anführer der Assassinen den Auftrag, neun Personen zu ermorden, die für die erbitterten Kampfhandlungen infolge des Kreuzzuges verantwortlich zu sein scheinen. Altaïr kommt auf seiner Mission durch viele spannende Orte, so bereist er Jerusalem, Damaskus, Akkon. Aber nachdem er seine Mission erfolgreich beendet hat, muss Altaïr feststellen, dass auch sein Assassinen-Meister ihn hinters Licht geführt hat. In der Folge sind weitere Computerspiele erschienen, die an verschiedenen Orten und in verschiedenen Zeiten und mit neuen Helden spielen. So finden sich die Spieler in „Assassin‘s Creed – Syndicate“ in London um 1868, mitten in der Industriellen Revolution. Bei dieser Assassin-Story kämpfen die Zwillinge Jacob und Evie Frye gegen die korrupten Templer.
Nachdem das Spiel erfolgreich auf dem Markt eingeführt wurde, erschien die Geschichte ab 2010 auch als sechsteiliger Roman „Assassin‘s Creed“, geschrieben von Oliver Bowden. 2011 haben sowohl das Autoren/Zeichnerduo Karl Kerschl und Cameron Stewart sowie Eric Corbeyran und Djillali Defali Comicserien zu der Story gestartet. Ende des Jahres erscheint der Kinofilm Assassin‘s Creed unter der Regie von Justin Kurzel, unter anderem spielen die Schauspieler Michael Fassbender und Jeremy Irons mit.
Übrigens: Paul Amos, die originale Stimme des Assassine Jacob Frye aus dem Spiel „Assassin‘s Creed Syndicate“ wird auf der MCM sein.

Die Comic-Con-Premiere in Hannover

Premiere auf dem Messegelände in Hannover: Zum ersten Mal kommt die „MCM Comic Con“ nach Deutschland. Samstag und Sonntag startet das Popkultur-Event mit Stargästen, Zeichnern und Schauspielern. Aus ganz Europa reisen Comic-Händler an, um ihre Sammlerstücke, Animes, Sammelbilder, Mangas, DVDs und vieles mehr zu verkaufen.
Großes Staraufgebot gibt es auf den zwei Bühnen am Wochenende. Stars wie Schauspielerin Melissa Rauch, bekannt als Bernadette Rostenkowski aus der Serie „The Big Bang Theory“, Youtube-Superstar Meg Turney und „Legends of Tomorrow“-Star Franz Drameh kommen und reden über ihre Arbeit und Zukunftspläne. Extra aus den USA eingeflogen wird Marvel-Zeichnerlegende und Iron-Man-Künstler Bob Layton. Seine Figuren aus dem Marvel-Universum dienten in den vergangenen Jahren häufig als Vorlage für Science-Fiction-Actionfilme.
Für Cosplay-Fans, also Besucher, die sich als Comicfiguren verkleiden, gibt es viele Treffpunkte. In London, der größten MCM-Stadt, erschienen übrigens 75 Prozent der Besucher verkleidet – auch Familien, die vom Baby im Kinderwagen bis zu den Eltern als Superman und Co. auftauchen. In Hannover erwarten die Veranstalter um die 20.000 Besucher.

Preise & Zeiten

Die MCM ComicCon auf Messegelände (Halle 2) ist Samstag bis 18 Uhr, Sonntag bis 17 Uhr geöffnet. Tickets kosten 22,10 Euro ab dem offiziellen Einlass ab elf Uhr, wer am Samstag um neun Uhr und Sonntag um 9.30 Uhr bevorzugt kommen will, zahlt pro Tag 27,10 Euro. Es gibt ein Kombiticket für beide Tage mit frühem Eintritt – das kostet 47,10 Euro. Kinder bis fünf Jahre haben freien Eintritt, bis zu zwei Kinder bis zehn Jahren zahlen nichts, so lange sie vor elf Uhr mit einem zahlenden Erwachsenen kommen.


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie