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Nick Howard im Capitol in Hannover.

Nick Howard im Capitol in Hannover.© Thomas

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Konzert

Alle Mädchen lieben Nick Howard in Hannover

Nick Howard, Sieger der zweiten Voice-of-Germany-Staffel trat vor vornehmlich weiblichen Fans im Capitol auf. Und zeigte, dass Castingshow-Gewinne keine vollen Säle mehr garantieren.

Hannover. „Sooo süß!“ befinden die Mädchen im Capitol. Und seufzen. Es sind fast nur Mädchen hier. Ganz junge und ältere. Mann kann ihre hellen Gesichter schon nachvollziehen, denn wenn der Brite Nick Howard lächelt - und das tut er oft an diesem Abend im Capitol - ähnelt er Hugh Grant in „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“. Den mochten auch alle. So ein jungenhafter Schwiegerdingsbums. Hach!

Nick Howard ist die kraftvoll und zartheiser auf Englisch singende „Voice of Germany“, was „Stimme Deutschlands“ heißt. Seine Ansagen macht der in jeansige Schlabbermode Gehüllte in Niedlichdeutschlish („Alles gut down here, alles gut by there?“), sein Sprachlehrer kommt aus Hannover, das gibt Pluspunkte. Aber: nur 400 sind gekommen - ein veritabler Flop für einen Castingshow-Sieger. Inzwischen haben wohl viele Fans begriffen, dass sich Liebe über den Sieg hinaus nicht lohnt, dass sich all die TV-gebackenen Superstars schnell von Tingel zu Tangel hangeln (nur Alexander Klaws nicht, der machts von Liane zu Liane - als Tarzan). Und dass immer nur mittelprächtige Musik abfällt.

By the way, oder - auf German - bei dem Weg: Was macht eigentlich Vorjahressiegerin Ivy Quainoo?

So-la-la-Songs hat auch Nick Howard zuhauf. Zwar spielt er mal eine Ukulele („Grow“), mal gibts Reggae-Artiges („Can’t let you go“), was seinem Gitarrenpop aber fehlt, sind Kompositionen mit Kante und Charakter. Und wenigstens einmal ein echter Powersong zum Drauflosschwitzen, einer à la „Twist and Shout“, „Fat Bottomed Girls“ oder besser noch - ein eigener Kracher. Stattdessen gibts gemütliche Lieder mittleren Tempos und Balladen, zu denen Nick und Band meist wie am Boden festgeklebt an den Mikros wippen und schaukeln. Hey! Einmal jagt eine Rückkopplung in unsere Ohren. Quiiieeek! Fiiiiiieeep! Aber das ist nicht der Jimi-Hendrix-Moment der Show, das war bloß ein Versehen - „Ouch!“

Wie belanglos seine Kompositionen sind, verrät Howard zweimal selbst: Wenn er an „Days like these“ Coldplays „Yellow“ anhängt, oder die erste Strophe des Beatles-Klassikers „Let it be“ seinem „One Day“ voranstellt, ist das Qualitätsgefälle schon steil. Aber weil er so spitzbübisch aussieht, und weil seine Botschaften so kuschelig und positiv sind, und er immer keck „E-yo! E-yo!“ ruft, gibts Mädeljubel bis zum einzigen wirklichen Ohrbohrer, dem letzten Song, dem Hit - „Unbreakable“. Unbrechbar - ist er das? Zurückkommen will er nach Hannover. Wer will das noch? Ist das hier tatsächlich ... Liebe?

Und warum nur geistert einem der Hugh-Grant-Filmtitel vom „Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam“ im Kopf herum?


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