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Kultur Alexander Lieck im Kunstverein Hannover
Nachrichten Kultur Alexander Lieck im Kunstverein Hannover
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12:57 11.03.2018
Maler im Pulli: Alexander Lieck in seiner lichten Ausstellung im Kunstverein. Quelle: Fotos: Heidrich

Das ist Kunst, die auch in der Tiefe des Raumes wirkt. Ganz weit hinten strahlt buntes Gefieder, zieht den Betrachter magisch ein. Ein grellbunter Papagei ist auszumachen, und das Bild heißt auch noch so: „Papagei“.

Alexander Lieck vertraut auf die Mittel der Malerei, auf das klassische Bilder an der Wand. Sie sind Teil von „Mein Europa“, das der Berliner Maler in einer üppigen Ausstellung im Kunstverein bereist. Alexander Liecks Kontinent ist geprägt von Öl auf Leinwand, Kunstharzlack auf Wellpappe und Silbergelantine auf Baryt. 90 Arbeiten aus drei Jahrzehnten eröffnen das diesjährige Ausstellungsprogramm im Kunstverein.

„Karthographien des Lebens“, das ist es, was hier für 2018 versprochen wird – und genau das hält diese sehenswerte Sammelschau auch ein. „Wir wollten mal wieder richtige Malerei zeigen“, so Kunstvereinsdirektorin Kathleen Rahn, die das Werk von Alexander Lieck schon seit eineinhalb Jahrzehnten verfolgt.

Und es ist sogar mehr herausgekommen: „Ich versuche eine Malerei über die Malerei“, so Alexander Lieck bei der Präsentation seines Werkes. Das Bild an sich wolle er zum Thema machen. Und das ist ihm gelungen. Die verschiedenen Formate erzählen von Entstehungsprozessen, vom Ringen um Oberflächen und Inhalte, vom Setzen von Farben und Linien und nicht zuletzt von der Auseinandersetzung mit den großen Vorbildern Frank Stella und Sam Francis. Maler-Legenden, die Alexander Lieck die „Helden seiner Jugend“ nennt.

Als Zeittendenz macht Lieck heute einen verstärkten Hunger nach Bildern aus – eine „neue Liebe zur Malerei“, der hier erstaunlich stilfreudig abstrakt, konstruktiv und gegenständlich gefrönt wird. Einige der in einem chronologischen Mix gehängten Bilder (und wenigen Skulpturen) sind in hannoverschen Ateliers entstanden. Aus ganz praktischen Gründen: „Die Ateliersituation Hannovers ist eben besser als die von Berlin.“

Es geht hier um die Bildwahrnehmung in Zeiten des Digitalen, in Zeiten, wo alles umstandslos universell verfügbares Bild werden kann. Machtvoll sind hier die Titel der einzelnen Bilder, die „Elephant and Italy“ heißen, „Mexican Radio“, „Lovers“ oder „Hellgelber Hammer“ – aber nicht in jeder Hinsicht das Abgebildete widerspiegeln. „Meine Titel kommen immer erst hinterher – und fügen dem Bildleben eine weitere, tiefergehende Dimension hinzu“, so der Künstler.

Und wie spiegelt sich der Titel in der Ausstellung wieder? „Es ist mein ganz subjektiver Blick auf Europa, fast ein bisschen sentimental.“ Lieck hat in verschiedenen Ländern, in Holland, Frankreich, Belgien und Deutschland gelebt und gearbeitet – und dadurch erfahren, was diesen Kontinent ausmacht: die große, selbstbewusste Verschiedenheit. Was genau diese Ausstellung auszeichnet.

Eröffnung: Bis 6. Mai. Künstlergespräch mit Alexander Lieck: 2. Mai ab 19 Uhr.

Von Henning Queren

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