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Tolle Truppe: The Idea of North.

Tolle Truppe: The Idea of North.
© IHandout

Konzert

A-cappella in der Kirche

Ein Höhepunkt der A-cappella-Woche: The Idea of North aus Australien sangen in der Christuskirche.

Hannover. Dass in einer Kirche ein Drum-Solo gespielt wird, kommt nicht häufig vor, und auch bei einem A-Cappella-Konzert hält sich die Perkussion meist zurück – doch die australische Band The Idea Of North hat bei ihrem Konzert in der Christuskirche den Vokalperkussionisten Kaichiro Kitamura dabei, und der macht beinahe das Unmögliche wahr. Ein mundgemachtes Jazz-Drumkit, was die 400 Zuschauer mit seinem irre realistischen Sound begeistert – das Herzstück eines ausgezeichneten A-Cappella-Konzerts der gleichnamigen Woche.

Das Quartett aus Canberra steht vor dem Altar der Christuskirche, die Säulen sind in lila-grünes Licht getaucht, und die Musiker stellen sich erst einmal vor – „damit es keinen unpassenden Applaus gibt“, sagt Tenor Nick Begbie. Sobald die Sänger ein Jack O’Hagan-Medley beginnen, laufen Fotografen und Organisatoren nur noch auf Zehenspitzen über die Tribüne. Alt Naomi Crellin und Sopranistin Jo Lawry sprechen gut Deutsch, sie kündigen ein „Psycho“-Musical an. Eine Mischung aus Andrew Lloyd Webber und Alfred Hitchcock: „Klingt komisch, weil es so ist.“

Der Gesang klingt jedoch eher großartig in der 2014 neu gestalteten Kirche, auch die Sicht ist dank der steilen Tribüne gut. Und die Band bietet den Rest: Perfekt gesungene, jazzige Cover von Joni Mitchell („Big Yellow Taxi“) und eigene Kompositionen, etwa die Ballade „I said no“ von Lawry, die die Band bereits sang, als die Sopranistin nicht mal Mitglied war.

Bei ihrem letzten Besuch in Hannover war The Idea Of North noch in einer anderen Besetzung, die Lust aufs hannoversche Publikum ist geblieben: „Besser als in Australien“, sagen die fünf und starten nach „Smile“ von Charlie Chaplin in ein kurzes Michael-Jackson-Medley. „Windmills of your Mind“ ist das letzte Lied. Am Ende wird die Band immer leiser, singt ohne Mikrofone, das Licht geht aus – und 400 Besucher jubeln.

Von Lilean Buhl


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