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Gigantische Bühnenshow: DJ Bobo in Hannover

Gigantische Bühnenshow: DJ Bobo in Hannover© Frank Wilde

TUI-Arena

5500 Fans feiern die Giga-Bobo-Show in Hannover

Indiana Bobo und der Tempel des Wahnsinns: 5500 erleben das „Fantasy“-Fest des netten Schweizers. Eine pralle Pop-Show in der TUI-Arena.

Dann wird der Mann im weißen Elben-Leder in der TUI-Arena auch noch zum Bobo Hood, lässt auf der Bühne einen Pfeil von der Sehne und – und verfehlt knapp die Scheibe. Verwunderlich, weiß man doch, dass der Schütze Schweizer ist, die Eidgenossen bringen ja seit Wilhelm Tell Spitzensachen sicher ins Ziel. Für furiose Bühnenshows sind sie weniger bekannt, Schweizer lutschen Ricola, haben Banken und machen Käse, oder?

Sagt man unter Musikliebhabern „DJ Bobo“, singt ja meist wer von der Seite mit schriller Stimme „There’s a Partiiiiiieee“, alle lachen, und niemand hat eine Bobo-Platte im Regal. In der TUI-Arena nun sind 5500 bekennende Fans am Sichfreuen. Es gibt sie noch, die Boboianer, weiterhin treu ergeben nach all den Jahren ohne richtigen Hit ihres Idols. Der inzwischen 42-Jährige setzt ihnen alle naslang eine neue Show vor die Nase. In der das Ohr (Ohrenstöpsel gibts für Kinder draußen umsonst) zwar auch was abbekommt, vor allem aber das Auge bedient wird. Ein Netzhaut-Bombardement namens „Fantasy“ findet in der TUI statt, das mit „Indiana Bobo trifft im Tempel des Wahnsinns die Elben von Mittelerde“ trefflich untertitelt wäre. Ein dicker Mann sitzt da mitten auf der Bühne. Ein sehr dicker, sehr großer Mann.

14 Meter misst er in der Höhe, „ein Buddha“ sagt der Boboianer zur Rechten, aber natürlich hat kein Buddha sechs Arme. Hände und Schoss des Glatzengötzen bilden Bühnen für Band und Tänzer, für ein wildes Wirbeln bunt kostümierter Zauberwesen. Feen, Elfen und Maya-Krieger fegen auf den Etagen des (fant)asiatisch anmutenden Giganten. Ein höchst seltsamer Clash der Märchenwelten, aber wer regelmäßig Fantasy-Romane liest, weiß, dass in diesem Genre so ziemlich alles fusionieren kann. Der etwas andere Herr der Ringe lässt aus seinem Giga-Fingerschmuck Lichter strahlen, später heben sich die Lider des Monstrums schläfrig.

„Let’s rock the nation – celebration“ singt Bobo früh in „Take me to the Top“, einem seiner brandneuen stampfrhythmischen, supermelodiösen Dancetracks. Und das isses auch schon: Feiern, Spaß haben, heftig mitklatschen, mitsingen, abtauchen. Mal anders, bunter ticken für zwei Stunden. Die Trommler namens Surfdrummers trommeln durch unseren Bauch, die Akrobaten der Gruppe Energetrix stoppen unseren Atem. Und vor allem kann der geneigte Boboianer mal wieder so tanzen wie damals, als er in der Kinderdisko beim Wetttanzen einen supergroßen Schokokuss abräumte.

Denn Bobo, die verbliebene Insel des versunkenen Eurodance, bringt neben dem neuen, unerwartet einprägsamen Liedgut wie „Tonight“ und „Superstar“ auch all die Kracher von damals. Je später der Abend, desto 90er. Bei „Somebody Dance with me“ wird die Freude der Fans deutlich hörbar, auch für „Freedom“ gibts Hallo, später für „Everybody“. Und „Love is all around“ singt man dann auch als Nichtboboianer. Die meisten Songs sind so leicht, die schwimmen sogar in Milch, aber hier passiert so was von Hollywood! Sympathisch ist der Mann auch. Man ist angesteckt.

Was das Ganze sollte? Und worum das alles ging? Herrje, man erzählt doch auch keine Indiana-Jones-Filme nach, oder?

(Drei Sterne von NP-Kritiker Matthias Halbig)


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