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Kultur 500 Mal „Hänsel und Gretel“
Nachrichten Kultur 500 Mal „Hänsel und Gretel“
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14:13 03.12.2017
Der Klassiker: „Hänsel und Gretel“ wollen ran an die Lebkuchen – und ahnen nicht, dass darin die böse Hexe lauert. Bis Weihnachten steht der Dauerbrenner wieder auf die Spielplan, um kleine und große Opernfans zu erfreuen. Quelle: Jauk
Hannover

Hach, war das wieder schön, als die Rauschgoldengel leibhaftig vom Bühnenhimmel herab stiegen, um Hänsel und Gretel im finsteren Wald zu behüten – und dazu die schmachtenden Klänge des „Abendsegens“ durchs Opernhaus fluteten.

„Hänsel und Gretel“ zum fast unglaublichen 500sten Mal in der Staatsoper: Das wurde mit einer Gala gefeiert. Und geriet zu einer Art Klassentreffen. Denn ganz viele waren hier, die das Stück, das in genau dieser Inszenierung 1964 Premiere hatte, schon als Kind gesehen und es auch mit der Kindheit ihrer Kinder erlebt haben. Und nun ebenfalls wieder viele Kinder in der aktuellen Aufführung sehen konnten.

Und das liegt an der guten, alten Inszenierung von Steffen Tiggeler (dessen Sohn auch unter den Gästen war). Ein Inszenierung, die sowas von retro ist, dass sie das Zeug zum Klassiker hat. Das Wort, das einem nach diesem Abend einfällt ist zeitlos. Weil hier alles so ist, wie es sein soll: Das Lebkuchenhaus ist da, die böse Hexe und ihr Ritt in luftiger Höhe, der Bretterkäfig, der dunkle deutsche Wald und das herzige Heim von Hänsel und Gretel, die beide so agieren, dass alles nachvollziehbar bleibt – wie das Märchen selbst. Und das ist gut für Kinder und macht auch den Erwachsenen Spaß, wenn am Ende die Hexe per Hechtsprung im Ofen verschwindet, die befreiten Lebkuchenkinder in Scharen auf die Bühne kommen – und das Happy End auch musikalisch auf Beste erklingt.

Was vor allem am Star des Abends liegt. Für die Gala hatte die Oper den international gefragten Marc Albrecht als Dirigent geholt, der das Staarsorchester zu Bestform animierte und die koloristischen Reize der Humperdinck-Partitur voll auskostete. Das Klangbild dieses eigentlich spätromantischen Brockens blieb dabei überraschend schlank.

Hänsel (Hanna Larissa Naujocks) und Gretel (Atanasia Zöhrer) sangen das märchenhaften Geschwisterpaar mit ansprechender Naivität. Robert Künzlis heller Tenor und seine humoristische Spielfreude belebten die böse Hexe. Stefan Adam war ein salbungsvoller, stimmprofunder Besenbinder und Ehefrau Kelly God eine stimmlich mütterliche Mutter. Und auch die kleinen Partien (Marlene Gaßner als Sandmännchen und Ylva Sternberg als Taumännchen) waren schön besetzt.

Der Applaus war entsprechend, viele Bravos. Alle die dabei waren, dürften innerlich mit einem Herz aus Lebkuchen nach Hause gegangen sein. Und das ist die beste Garantie, dass diese „Hänsel und Gretel“ auch noch die tausendste Aufführung erleben dürften.

Von Henning Queren

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