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LIEB: WIE DIE BEWOHNER DES AUENLANDS: Die Dubliners bei ihrer Abschiedstournee im Theater am Aegi.

LIEB: WIE DIE BEWOHNER DES AUENLANDS: Die Dubliners bei ihrer Abschiedstournee im Theater am Aegi.© Anastassakis

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Konzert

50 Jahre Dubliners im Aegi

Schlanke Krüge, schwarzes Bier. Im Aegi-Foyer wird irisch getrunken, 1200 Folkfans, viel Alt und einiges Jung, sind angetreten zum „Farewell“.

Hannover. Abschied von den nach James Joyces Roman benannten Dubliners, einem Insel-Trademark – „finest Irish Folk since 1962“. Das erste „Prost“ des Abends gilt Barney „Banjo“ McKenna, dem letzten Gründungsmitglied, seit April 2012 im Fischerhimmel Fiddler’s Green.

Mag die Legitimation wacklig sein, die Kunst und der Spaß sinds nicht. Die „Seven Drunken Nights“ heben an, der Hit von 1967, ein ziemlich versautes Säuferlied. Der 2008 verstorbene Ronnie Drew röhrts mit wasserblauen Augen von der Leinwand herab, die Band begleitet ihn live im Aegi, und als es bettschlüpfrig zu werden droht, verlegen sich die fünf Dubliners verschmitzt auf die Melodie vom „Mädchen von Piräus“.

Die Leinwand ist der sechste Mitspieler. Sie erzählt die Story der Band, die mit Reels und Volksliedern bekannt wurde, als alle Welt auf Beat und Rock aus war. Die raubärtigen, wildhaarigen Gesellen der alten Bilder sind längst in Ehren ergraut, sie sehen lieb aus wie die Bewohner von Tolkiens Auenland. John Sheahan, Dubliners-Geiger seit 1964, ehrt alle verblichenen Bandmitglieder mit Gedichten. Und alle Inselgesänge, deren Deutsche mächtig sind, werden geliefert, vom „Dirty Old Town“, wo die Liebste an der Fabrikmauer geknutscht wird, bis zur unglückseligen Fischhändlerin „Molly Malone“. Gerry O’Connors Banjo zirpt und klimpert, die Gitarren schrammeln, die Violine singt, während die alten Stimmen über den bildhübschen Klanggespinsten knarren. Die ungeölten Timbres genossenen Lebens.

Ein Poem fürs Tintenbier gibts noch von der Guinness Band of Records; und weil Abschiede scharfe Schwerter sind und harte Iren weiche Seelen haben, bringt Gitarrist Sean Cannon (seit 28 Jahren dabei) ein „Auf Wiedersehen“ aus. Und kündigt „Whisky in the Jar“ als „den Song von Metallica“ an. Stehende Ovationen. Die sehen wir wieder. Wetten, dass ...?

Bewertung: 5/5


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