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DAS ROCKT: Deep Purple in derSwiss-Life-Hall mit donnerndem Bass. Foto: Wilde

DAS ROCKT: Deep Purple in der Swiss-Life-Hall mit donnerndem Bass.© Frank Wilde

Konzert

3000 rocken mit Deep Purple in Hannover

3000 Fans waren am Mittwochabend beim krachenden Konzert von Deep Purple in der Swiss-Life-Arena.

Hannover. Das Rad neu erfinden? Muss man das? Das Rad vielleicht, aber nicht den Hardrock. Roger Glover, der Bassist von Deep Purple, trägt ein blaues Kopftuch. Er geht auf die 70 Jahre zu, ist jedoch drahtig und agil anzuschauen. Und seit 1970 Mitglied der britischen Hardrockband. Roger ist und bleibt ’ne coole Socke, das sieht man bis in die letzte Reihe.

Gut 3000 Zuschauer waren Mittwochabend in die Swiss-Life-Hall gekommen, welche Classic-Rockband spielt heute noch vor so vielen Menschen?

Dabei mussten die Fans wegen intensiver Einlasskontrollen lange Wartezeiten in Kauf nehmen - die Schlange reichte zeitweise von der Halle bis zum Schütenplatz. Die Band um Sänger Ian Gillan und dem Gründungsmitglied Ian Paice, dem shuffelnden Drummer, hat unzählige Schulpartys bespaßt. Früher. Jetzt sind sie zu einer Reliquie geworden.

Aber: „Wir sind eine Band der Arbeiterklasse“ - „a working class band“, sagte Ian Gillan einst, und wie zur Bestätigung ist die Light-Show professionell, Purpurfarben überwiegen. Ihr Sound ist gut, transparent und laut. Besonders Glovers Bass zaubert - dengelt mittig, zerrt hoch und wummert tief. Ian Gillan stürzt sich in die Gesangshöhen, schwierig, jedoch beeindruckend.

Das leicht überstrapazierte „Smoke on the Water“, kommt als letzter Set-Song. Das gehört eigentlich ins Museum. Die Glissandi-Improvisationen von Keyboarder Don Airey sind engagiert und behände. Und die vielen schwierigen Gitarrenläufe von Steve Morse versuchen erst gar nicht den Abgang von Richie Blackmore wettzumachen, er macht sein eigenes Ding.

Die Stimmung in der Gruppe ist heute gut und ihr Konzert zu einem für Solisten geworden: Steve, Gitarrensolo, Don, Keyboard-Solo, und Ian, Drum-Solo. Die Band ist in Spiellaune und das Publikum überraschend frenetisch.

Deep Purple erinnern mit „Above and Beyond“ an ihren verstorbenen Organisten Jon Lord. Ihre Stücke gleiten sauber ineinander über, und alle Highlights der neuen Platte „Now What?!“ sind vertreten.

„Hell to Pay“ und „Vincent Price“ verbreiten gute Laune, „Uncommon Man“ berührt mit Schönheit und sinfonischem Klang. Paice und Glover sind nach wie vor die beste lebende Rhythmussektion des Hardrock, und Paice ist heute „on fire“. „Machine Head“ und „Deep Purple in Rock“ - sein Erbe. Die vielen Klassiker, von „Highway Star“ über „Bloodsucker“ bis „Hard Lovin’ Man“, zeugen vom umfangreichen Repertoire.

Das furiose Finale gewinnt mit „Black Night“, vielen extralangen Soli und Sessions bei „Hush“, und „Lazy“. Die Fans sind begeistert - Long live Rock!

Kai Schiering


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