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HIER GIBTS METALL: Das Dream Theater begeistert im Kuppelsaal mit einer schön kalkulierten Show. © Jan Philipp Eberstein

Konzert

2000 feiern traumhaftes Dream Theater

„Guten Tag, hier ist das Amt für Heavy Metal, Dream Theater am Apparat, was kann ich für Sie tun?“ „Ja, Hallo, wir wollten eine Metall-Show bestellen.“ Vorfreude und rhythmisches Klatschen - und so ähnlich könnte man sich das vorstellen, mit Dream Theater, den amerikanischen Progressive-Metal-Majestäten.

Hannover. Denn die Jungs aus New York erscheinen wie Beamte der Progressive-Szene: Schmutz, Rock ‘n‘ Roll und ein wildes Metall-Scharmützel wünscht man sich bei ihnen vergeblich. Routiniert beeindrucken sie mit ihrem Set im Kuppelsaal.

Da ist kein Platz für „Blood, Sweat and Tears“, kein Raum für Sessions oder Improvisationen. Die Klickspur läuft wie eine Sanduhr während der Präsentation ihres aktuellen Konzept-Albums „The Astonishing“. Pink Floyd in Metall, und ihre dystopische Show ist gar in zwei Akte unterteilt. Das Quintett um den baumlangen Sänger James LaBrie, er ist grippig und angeschlagen, flüstern die Fans, liefert eine Show, bei der alles klappt: Die ausgefeilte Gitarren-Arbeit von Gitarrist John Petrucci, die athletischen Rhythmus- und Tempowechsel des Schlagzeugers Mike Mangini an seiner riesigen Batterie - fast zweieinhalb Stunden Musik, da ist viel Konzentration gefragt.

Lange Haare, lange Arme, lange Finger, die Musiker spielen auf ihren Instrumenten gekonnt wie die Roboter. LaBrie singt hoch, seine komprimierte Stimme beschwört melodische Power. Todessterne schweben Star-Wars-mäßig über die gesplittete LED-Wand. Und die ist überhaupt der Wahnsinn: eine überdimensionale Playstation mit Grafiken wie in Videospielen.

Die Schwerter der Helden glänzen, verbrannte Erde kohlt, die Gesichter der Eiben und ihre Tränen - Manga für Metalheads. Dazu die „Avatare“ mit Namen Emperor Nafaryus und Arhys, der Kommandeur der Ravenskill Rebel Militia. Hier ist Fantasie gefragt. Das Ambiente des Kuppelsaals passt famos zu Dream Theaters Ansprüchen, der Klang ist ebenfalls trefflich. Das Abenteuer ist gelungen, denn sie spielen die erste Rockshow nach der Sanierung des Festsaales.

Das Publikum genießt lieber im Sitzen. Headbanger in den Reihen gibt es heute nicht, doch am Ende, zum Outro von „Astonishing“, stehen die gut 2000 Fans und winken begeistert Richtung Bühne. Mission erfüllt.

Bewertung: 4/5

VON KAI SCHIERING


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