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NICHT ANTICHRIST,  NICHT TEUFELSPANDA: Cro im Capitol-Groove – das  umgekehrte Kreuz auf der Maske bedeutet nichts.

NICHT ANTICHRIST,
NICHT TEUFELSPANDA:
Cro im Capitol-Groove – das
umgekehrte Kreuz auf der Maske
bedeutet nichts.© Frank Wilde

Hip-Hop

1600 fewiern den Nett-Rapper Cro im Capitol

Wenn man den deutschen Pop-Rapper Cro beschreiben möchte, kommt man um Statistiken nicht herum: 2,8 Millionen Klicks für seine Single„Easy“ auf Youtube, dazu 1,4 MillionenFacebook-Freunde.

Hannover. Sein aktuelles Album „Raop“ landete auf Platz eins in den deutschen CD-Charts, und „Easy“ belegte wiederum den zweiten Platz in den Single-Charts. Für den 22-jährigen Newcomer aus Stuttgart mit dem bürgerlichen Namen Carlo Waibel sind das beachtliche Werte.

Die Medien haben seitdem eine Schlagzeile für ihn gefunden: „Vom Phantom zum Phänomen“. Phantom, weil er in der Öffentlichkeit und bei seinen Konzerten stets eine Panda-Maske trägt. Und Phänomen, weil sein Hannover-Gig, wie auch die gesamte „Raop-Tour“, seit Monaten ausverkauft ist. Das Capitol platzt aus allen Nähten - und die mehr als 1600 Cro-Fans versprühen außergewöhnlich angenehme Laune. Cro, ein langer Schlaks in T-Shirt und enger Jeans, sieht eigentlich unspektakulär aus. Wie in seinen Texten, so findet man auch bei seinen Klamotten und in der Körpersprache nichts vom szenetypischen Gangsta-Rapper oder dem urbanen Ghetto-Kind. Nur die Maske verbirgt und macht neugierig zugleich.

In das umgedrehte Kreuz auf der Stirn des Gummi-Antlitzes kann man so einiges hineininterpretieren, nur bitte den Antichristen nicht, das hat Cro gesagt. Und das würde auch kaum passen. Vieles spielt eben doch keine Rolle - „jetzt schreit einfach mal ohne Grund!“ Das Publikum machts natürlich. Seine Texte sind soft, fröhlich und einfach „chillig“, sein Sprechgesang ist jungenhaft und naiv. Es scheint zum Gefühl der Neuen Seligkeit zu passen: Teenager, die sich mit Youporn, Koma-Saufen und Ballerspielen am PC die Zeit vertrieben, scheinen sich nach einer neuen Nähe zu sehnen. Auch die Gewalt-Raps von Bushido & Co. ziehen nicht mehr. Stattdessen fordert Cro die Fans auf, sich dem Nebenmann zuzuwenden und ihn herzlich in den Arm zu nehmen. Den Saal will er mit Liebe füllen.

Und auch das klappt. Vom Vorabend bei „Wetten, dass..?“ sind Cro, Psaiko und seine Mitstreiter noch ziemlich angeschlagen. Auf der After-Show-Party haben sie die Bar leergetrunken ... erzählen sie zumindest. Und an „Lanz-Gans“ und dem Düsseldorfer Publikum lassen sie kein gutes Haar: „Sie waren alle schrecklich alt dort, und dieser Abend hier ist 1000-mal besser!“ Das ist eine Aussage, doch die Chance, vor etwa 13 Millionen TV-Zuschauern zu spielen, ist sicher keine schlechte. „Raop“ bedeutet Rap & Pop, und diese einfache Mischung machts. Reggae-Rhythmen, „Summer-Feeling“, das geht ins Ohr und ins Bein: „King of Raop“, „Meine Zeit“ und „Einmal um die Welt“, die Fans können alle seine Reime mitsingen. Den Balkon im Capitol bringen sie mit ihrem Hüpfen und Springen zwar nicht zum Einstürzen, sie versuchen es aber dennoch. Mit viel Lust und Laune.

Bewertung: 3/5


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