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DREI FÜR EINEN: Henning Wehland, Tino Oac und Michael Klimas (von links) ersetzen den Frontmann Naidoo.

DREI FÜR EINEN: Henning Wehland, Tino Oac und Michael Klimas (von links) ersetzen den Frontmann Naidoo.© Frank Wilde

Pop

1600 Fans feiern Söhne Mannheim im Capitol

Hier kommen die „Söhne“ – doch ohne ihren Gründervater: Xavier Naidoo. Dem Publikum ist das scheinbar egal. Von Beginn an sind die Fans im Capitol mit voller Begeisterung dabei. Der erste Song passt: „Neustart“. Ein gutes Omen.

Hannover. Die „Ganznahdran“-Tour ist der Beginn einer neuen Ära für die Mannheimer. Denn ER fehlt, oder etwa nicht? Das Capitol ist mit 1600 Gästen ausverkauft. In Jeans, mit Käppi und Sonnenbrille stehen die Musiker lässig auf der Bühne. Kein Einheitsdress, wie zuletzt bei der „Casino BRD“-Tour.

Und auch kein übermächtiges Noppenkreuz als Bühnendeko im Nacken der Jungs. Sowieso sind religiöse Botschaften und politische Statements an diesem Abend eher rar. Henning Wehland gibt sich große Mühe, den Frontmann zu mimen, und fragt: „Wollt ihr neue Songs hören?“ Dann gibt es „Keep on Moving“ – in rotes Licht gehüllt, singen die drei Sänger von einer verlorenen Liebe, werden unterstützt von einem rockig treibendem Sound. Die andere Neuheit, „One Love“, erinnert allein schon vom Titel an Songs von Bob Marley oder U2, und auch musikalisch gibt es hierbei keine Überraschung für die Ohren.

„Vor dem Sturm“ ist dann der erste Song an diesem Abend, der unter die Haut geht; Xavier Naidoos markante Stimme wird nicht vermisst – das harmonische Zusammenspiel der Bandstimmen ist überragend. Kracher des Abends sind dann ganz eindeutig die alten Lieder. Die elf Mannheimer fahren den gewohnten Style: Die Rapper Metaphysics und Marlon B. pushen die Songs mit schnellen Raps und jamaikanischer Coolness, Andreas Bayless überzeugt mit markanten Gitarren-Riffs.

Der Sound wechselt von groovenden HipHop-Beats bei „Hier kommen die Söhne“ zu souligem Funk bei „Geh davon aus“, zu rockigen Parts bei „Wir haben allen Göttern abgeschworen“ – unterstützt durch eine flackernde Licht-Show. Die drei Sänger, Tino Oac (dessen Stimme verblüffende Ähnlichkeit mit Xaviers hat), Henning Wehland und der zurückhaltende Michael Klimas, verzaubern mit mehrstimmigen Arrangements vor allem die vielen weiblichen Fans. Bei „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ und „Power of the Sound“ feiern alle eine große „Söhne“-Party.

Nach fast zwei Stunden sorgt die erste Zugabe für mächtig Gänsehautfeeling im Capitol. Tino Oac singt im Duett mit Michael Klimas begleitet nur vom Piano „Volle Kraft voraus“. Das sendet Mut und Hoffnung in die Saalnacht hinaus, die Fans werden von lieblichen Klängen umhüllt. Mit dem harmonischen Dreiklang der Sänger, dem groovigen Sound der Band und der vollen Ladung Herzschmerz haben die „Söhne“ bewiesen: Sie können es auch ohne IHN schaffen.

Bewertung: 4/5


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