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Kultur Trauer um Peter Hofmann
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11:35 01.12.2010
1999 ging der erkrankte Star mit Kaufmann noch einmal auf Tournee.

VON NINA JERZY

Auf der Bühne war er hundertfach den Heldentod gestorben, in der Nacht zu Dienstag ereilte den einstigen Opernsänger Peter Hofmann selbst der Tod, er war 66 Jahre alt. „Ich denke, es war eine Erlösung für ihn“, sagte der Bruder des Tenors, Fritz Hofmann. Peter Hofmann sei nicht an seiner langjährigen Parkinson-Erkrankung gestorben, sondern an den Folgen einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, wo er zuletzt gelebt hatte.

Er war ein schillernder Held mit einer vielseitigen Stimme – doch seinen Erfolg verdankte der blondgelockte Künstler auch seiner stattlichen Statur. Die hatte er als hessischer Jugendmeister im Zehnkampf trainiert, später studierte er Gesang. Sein Aussehen prädestinierte ihn für Heldenrollen, Wagner-Opern. Als Siegmund in „Der Ring des Nibelungen“ sorgte Hofmann 1976 in Bayreuth für Furore. Er wurde mit 32 Jahren der jüngste „Parsifal“ der Festspielgeschichte, sang auch den Lohengrin, den Tristan und den Walther von Stolzing.

Doch zum Entsetzen von Opernpuristen liebte der einstige Rocksänger auch den Pop. 1982 präsentierte er die Fernsehshow „Hofmanns Träumereien“ und veröffentlichte „Rock Classics“ wie „Yesterday“. 1987 startete er eine Tournee mit Rock-Hits von Elvis Presley, die ihn durch 45 Städte führte.

Sesshaft wurde der Sänger, als er von 1990 bis 1991 die Titelrolle des Musicals „Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber in Hamburg übernahm. Er war sich auch nicht zu schade, 1997 in Westernmontur zu schlüpfen und Old Firehand bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg zu verkörpern.

Zwei Jahre darauf schockierte der Sänger die Fans mit der Nachricht von seiner Erkrankung. „Parkinson. Diese Krankheit passt nicht zu mir. Sie stört und zerstört. Und sie fordert heraus!“, schrieb Hofmann auf seiner Internetseite. Er nahm die Herausforderung an und unterstützte die Stammzellen-Forschung gegen Parkinson.

2007 heiratete Hofmann noch einmal, seine 30 Jahre jüngere Physiotherapeutin, mit der er eine Tochter hatte. Kurz danach sagte er im Interview, ihn schmerze am meisten, nie mehr auf einer Bühne stehen zu können. Die Liebe seiner Frau und seiner Tochter gäben ihm aber die Kraft, seine Krankheit zu ertragen.

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