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Kultur Theatermuseum ist 90 Jahre alt
Nachrichten Kultur Theatermuseum ist 90 Jahre alt
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16:08 08.08.2018
Carsten Niemann in seinem Büro – Postkarten erinnern an vergangene Ausstellungen im Theatermuseum. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Der Umbau war abgeschlossen. Um das zu feiern, wurde es, im Tonfall, durchaus staatstragend: „Jetzt, wo diese Arbeiten ihren vorläufigen Abschluss gefunden haben, wo die 75jährige Feier des Bestehens des Opernhauses und die Eröffnung des Hausmuseums einen willkommenen Anlaß bieten, wird das Büchlein der Öffentlichkeit übergeben.“ Das „Büchlein“ ist der Opern-„Führer“ von 1928, den man heute wohl anders nennen würde, und er verkündet die Eröffnung einer hannoverschen Institution: des Theatermuseums. 90 Jahre existiert es, seit 25 Jahren im Schauspielhaus.

Ebenfalls seit 25 Jahren ist Carsten Niemann dabei, seit 1995 als Direktor. „Als ich kam, gab es eine ständige Ausstellung über Hannovers Theatergeschichte“, erzählt der promovierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaftler: „Es hatte einen Bühnenbildner gegeben, Rudolf Schulz, der sich austoben durfte mit Reproduktionen hinter bunten Passepartouts, Kostümen, Figurinen und Bühnenbildmodell, wie man es erwartet, alles recht unwissenschaftlich.“

Das Theatermuseum hatte eine turbulente Geschichte hinter sich: Eröffnet worden war es unter dem Dach, wo heute das Ballett untergebracht ist. 1943 brannte es im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs mit dem ganzen Haus ab. Erst zur Spielzeit 1961/62 wurde es wieder eröffnet – und zog 1984 ins Kröpcke-Center, weil da halt gerade Platz war. Erst mit dem Neubau des Schauspielhauses fand es seinen festen, heutigen Platz – dass Theater und Theatermuseum sich ein Gebäude teilen, ist übrigens ein Alleinstellungsmerkmal der hannoverschen Institutionen.

„Kleine Häuser wie dieses leben von dem Wechsel der Aktivitäten“, ist Niemann überzeugt. Mehr und mehr fuhr er die ständige Ausstellung zurück, setzte auf wechselnde Sonderschauen – und auf die Zugkraft der Stars. Er begrüßte leibhaftige wie Mario Adorf, Walter Kempowski, Marcel Reich-Ranicki und Johannes Heesters und würdigte verstorbene, von Romy Schneider, Hildegard Knef über Billy Wilder bis – wie zuletzt – Johannes Fuchsberger.

Niemann hat in seiner Amtszeit 159 Ausstellungen realisiert, große, kleine, meist mehrere parallel. Er hat einige Intendanten kommen und gehen sehen. Nicht alle haben ihn, das lässt er in vornehmer Zurückhaltung durchblicken, gleichermaßen überzeugt

Denen geht Recherche-Arbeit voran. Niemann genießt es hörbar, wenn er davon erzählt, wie sich ihm dank respektvollem Umgang und echtem Forschungsinteresse Türen öffnen. Im Moment sind Theaterferien, aber danach, ab 19. Oktober plant er eine Ausstellung über Österreichs Superstar Falco. Dafür bekam er Zutritt zu dessen Rückzugsort, einer Jugendstilvilla in Gars am Kamp, die noch immer so eingerichtet ist, wie der 1998 verstorbener Sänger sie hinterließ: „Da bekommt man einen ganz neuen Einblick in sein Leben.“ Solche Einblicke zu ermöglichen, darin sieht er bis heute seine Aufgabe.

Von Stefan Gohlisch

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