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Kultur Terry Hoax finden den „Thrill!“
Nachrichten Kultur Terry Hoax finden den „Thrill!“
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10:29 17.08.2017
Guten Mutes: (von links) Oliver Perau, Jens Gallmeyer, Marcus Wichary, Hachy M. Hachmeister und Kai Schiering sind Terry Hoax.  Quelle: Jörg Kyas
Hannover

 Es ist vollbracht. Die Kasse ist geschlossen. Das Album ist finanziert; aber das war schon vorher klar. Per Crowdfunding haben Terry Hoax ihr neues Werk finanziert. Und die Resonanz zeigte: Die Fans haben offenbar nur darauf gewartet.

„Ich war der große Skeptiker“, erzählt Sänger Oliver Perau: „Unser Gitarrist Jens Galmeyer hatte das angeschoben. Ich sagte: ,’Und was, wenn es nicht klappt?’ Er antwortete: ,Dann ist das auch ein Zeichen.’“ Die Zeichen sind eindeutig: Sie stehen auf „Thrill!“ So heißt das Album der hannoverschen Rockband, das am 8. September erscheinen wird.

Crowdfunding heißt: Menschen zahlen für etwas, das erst noch entstehen soll, eine Art kollektiver Fan-Kredit, in diesem Fall für eine Album-Produktion, die in der Regel mit 15 000 bis 20 000 Euro kostet. „Nach einem Tag waren 89 Prozent finanziert“, erinnert sich Perau, „noch zwei Tage später war das Ziel erreicht. Am Ende schloss die Crowdfunding-Kampagne bei 290 Prozent.

Terry Hoax haben das Geld gut angelegt. Ein gutes halbes Jahr haben sich die fünf Musiker in ihrem Übungsraum eingeschlossen und in den hannoverschen Horus-Studio die zwölf Songs des Albums plus vier Bonustracks aufgenommen. Als Produzent fungierte Arne Neurand, der schon für Bands wie Revolverheld, Guano Apes und Subway to Sally arbeitete. Er verpasste dem Quintett jenen schnörkellosen, mitreißenden Rocksound, der Terry Hoax live schon immer auszeichnete, der nur so schwer auf Konserve zu retten ist. Auch musikalische Experimente wie auf den direkten Vorgängern „Band of the Day“ und „Serious“ gehören der Vergangenheit an.

Zu hören ist das zum Beispiel auf den drei vorab auch als Videos veröffentlichten Songs von „Thrill!“ – sie wurden mit dem Überschuss des Crowdfundings finanziert. Der Song zum ersten, das von harten Gitarren, starken Melodien und Peraus nuancenreicher Stimme geprägte „Inbetween“, sei so etwas wie die Initialzündung des Albums gewesen, so der Sänger: „Natürlich haben wir im Studio auch experimentiert, aber bei dem Song wusste ich: Das ist der Weg; mit solcher Musik hat die Band immer am besten funktioniert.“

Das Video dazu drehte Regisseur Johannes Heine in den Räumen des Sport-Campus am Moritzwinkel: Die Musiker als Gladiatoren des Rock, und draußen schwirrte für dramatische Schlaglichter eine mit LED besetzte Digicopter-Drohne von Martin Rinderknecht herum, der mit seinem Kompagnon Nikolaj Georgiew auch für Hollywood-Produktionen arbeitet. „I’m not afraid to die“ folgte, schließlich die in der Wasserstadt Limmer bebilderte Single „Shining“.

Jetzt kann das Album kommen. „Es heißt ja immer, dass das, was eine Band macht, ohne ihre Fans nicht möglich wäre“, sagt Perau: „In diesem Fall stimmt es wirklich – und das gibt eine große Energie.“

„Thrill“ (Crestwood Rec./Loud Media/Warner Music) erscheint am 8. September.

Terry Hoax live: an diesem Freitag ab 21 Uhr bei „Gilde Parkbühne goes Maschseefest“ auf der Parkbühne (Eintritt frei), am 26. August ab 22 Uhr bei „Ein Fest für alle“ an der Marktkirche (Eintritt frei) und am 22. Dezember im Capitol. Karten dafür (27,40 Euro) gibt es in den NP-Ticketshops.

Von Stefan Gohlisch

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