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TANZSTADT HANNOVER: 
Marlis Nation-Dixon 
in der Ausstellung mit
vielen vergrößerten Fotos.

TANZSTADT HANNOVER:
Marlis Nation-Dixon
in der Ausstellung mit
vielen vergrößerten Fotos.© Behrens

Ausstellung

Tanzstadt Hannover: Ausstellung "Puppenfee und Fliegeralarm

Tanzstadt Hannover: In der Staatsoper wurde die Ausstellung „Puppenfee und Fliegeralarm“ eröffnet. Aus London angereist war Marlies Nation-Dixon. Die 90-Jährige war vor vielen Jahrzehnten Hannovers „Puppenfee“.

Hannover. Die „Puppenfee“ ist zurück. 90 Jahre ist sie mittlerweile alt und steht bewegt in der Ausstellung „Fliegeralarm und Puppenfee“ in Opernhaus. Vor vielen, vielen Jahrzehnten tanzte Marlis Nation-Dixon in harten Zeiten in Hannovers Oper.

Die heute in London lebende Künstlerin ist Gast beim Start der diesjährigen „Ostertanztage“, die mit der detailreichen Schau von Ballettchef Jörg Mannes eröffnet wurden.

Viele ehemalige Tänzer und Tänzerinnen aus den dreißiger Jahren sind in das Foyer der Oper gekommen. Fit und rüstig sind sie, man sieht ihnen die vielen Bühnenjahre an, schlank und rank, die Tanzarbeit vor Jahrzehnten hat sie stark gemacht. „Willkommen zu Hause!“ begrüßt sie Jörg Mannes sichtlich bewegt in seiner Eröffnungsrede. „Tanzstadt Hannover V“ lautet der Titel der aktuellen Ausstellung, vor fünf Jahren wurde die Reihe ins Leben gerufen.

Die diesmal von den noch halbwegs unbeschwerten dreißiger Jahren erzählt, bis hin zu dem Schicksalstag Hannovers am 26. Juli 1943, als US-Bomberverbände das Zentrum der Stadt und somit auch die Oper zerstörten. Es musste eine neue Spielstätte gesucht werden, mit der Orangerie in den Herrenhäuser Gärten wurde eine Alternative gefunden, die den Kulturbetrieb zwar weiterlaufen ließ, für die Tänzer und Besucher aber alles andere als komfortabel war: zu kalt, zu weit draußen - die Anreise zu Fuß war für alle beschwerlich. Wenigstens gab es weiterhin eine Möglichkeit für das hannoversche Publikum, so der harten Wirklichkeit zu entfliehen.

Eine Zeit, an die sich auch Marlies Nation-Dixon, geborene Bethmann und Jahrgang 1924, noch sehr gut erinnern kann. Sie tanzte im zarten Alter von acht Jahren an der Oper vor, wurde aufgenommen und begleitete eineinhalb Jahrzehnte lang das Ensemble. Ihre Erfahrungen machte sie unter der Ballettmeisterin Alice Zickler, tanzte die „Puppenfee“, „Salome“ und „Der Nussknacker“. 1947 lernte sie ihren Ehemann, einen englischen Offizier kennen, heiratete ihn und begleitete ihn in ihre neue Heimat nach London.

Freudig erzählt sie von der Zeit im Ballett, ihrer schönen Kindheit in der Südstadt und trifft mit Sigrid Herrel eine Freundin, mit der sie die Schulbank gedrückt und auch so „manchen Quatsch angestellt hat“. Es berührt, wie herzlich die beiden alten Damen in ihren Erinnerungen schwelgen. Auch wenn für Frau Nation-Dixon aus Hannover eine „neue Stadt“ geworden ist, den Kröpcke erkennt sie noch wieder, es ist auch nicht ihr erster Besuch in der Landeshauptstadt. Auf vielen der 150 Fotos sieht man sie als junge und aparte Tänzerin, ihr gutherziges Lachen trägt sie immer noch in ihrem Gesicht.

Als Gesprächspartnerin ist sie an diesem Tag begehrt und gefragt, viele der Besucher sind sichtlich ergriffen. Die Fotos der Ausstellung, alles schwarzweiße Bilder, zeigen die fantasievollen Kostüme der Zeit, die grauenvolle Ruine der Oper und den „Neuanfang“ in Herrenhausen. Doch Tanzen bedeutet auch Liebe, Hoffnung, Optimismus. Eins der beeindruckendsten Bilder zeigt ein Tänzerpaar in den Brandmauern der Oper: während der Tänzer seine Partnerin in die Höhe stemmt, lächeln beide voller Lebensmut in die Kamera. Dieses einfache Bild gewinnt über die Grausamkeit des Krieges. Und somit kein Wunder - die Besucher sind begeistert, freuen sich mit der betagten und doch so jungen „Puppenfee“.


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