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Kultur Strawinsky unterm Steintor
Nachrichten Kultur Strawinsky unterm Steintor
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11:24 15.09.2010
Starkes Spiel: Teufel (Jan Jaroszek, links) und Soldat (David Müller) im Strawinsky-Stück. Quelle: Behrens
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VON HENNING QUEREN

HANNOVER. Die exklusivste Opernbühne der Stadt? Liegt zur Zeit unterm Steintor. Ein Endstück, in dem Üstra-Bahnen umkehren und das ansonsten keinem zugänglich ist, dient dem Schlussakt von Strawinskys legendärer „Geschichte vom Soldaten“.

Das passt. Denn Strawinsky hat seine „Geschichte“ 1918 ausdrücklich für eine Wanderbühne mit entsprechend einfacher und transportabler Ausstattung geschrieben.

An drei Orten wird das Musiktheater gespielt. Start ist am Üs­tra-Depot in Döhren, hier beginnt das märchenhafte Spiel. Zwei Üstra-Oldtimer (Baujahr 1929 und 1950) fahren dann die Zuschauer durch die Nacht. Nächste Station ist der Platz vorm Kuppelsaal, Strawinsky open-air im Scheinwerferlicht. Das Orchester ist in einem kleinen Zelt untergebracht, der Üstra-Bahnwagen dient als Bühne. Danach gehts dann tief in den Untergrund unter dem Steintor. Das hat was, Strawins­kys Tango, angeschrägte Walzer und Ragtimes sind zu hören – und über sich spürt man entfernt das Grollen der regulären Stadtbahnlinien.

Unter den Schauspielern ragt Jan Jaroszek als überaus verführerischer Teufel heraus – mit ihm würde nicht nur der Soldat (David Müller) gern einen Pakt schließen. Nora Decker ist eine recht selbstbewusste Prinzessin.

Die Geschichte vom Soldaten, der seine Geige dem Teufel verkauft, eine Prinzessin heilt und am Ende seine Seele verliert, ist ansprechend aktualisiert (Regie: Nora Somaini) – wenn da Teufel und Soldat auch gern mal um iranische Atombomben zocken.

Musikalisch steht alles zum Besten, das „Orchester im Treppenhaus“ (Leitung Thomas Posth) spielt die teilweise ziemlich schwierigen Instrumentalparts mit der nötigen Verve. Kleiner Tipp noch: Unbedingt in der Bahn des Teufels zusteigen, da gibts auch während der Fahrt noch eine klasse (Strip-)Show.

Nächste Vorstellungen: heute, 27. und 29. September je ab 19.30 Uhr (Üstra-Betriebshof Döhren, Thurnitistraße 1). Karten (20 Euro) im Üstra-Kundenzentrum (in der Karmarschstraße).

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