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Heilige Kunst: Beim Kunstvolkslauf Zinnober präsentiert sich die Szene. In diesem Jahr wird es noch umfangreicher.

Heilige Kunst: Beim Kunstvolkslauf Zinnober präsentiert sich die Szene. In diesem Jahr wird es noch umfangreicher. © Teetz

Kunstszene

Stadt will Ateliers und Projekträume fördern

Wie lebenswert eine Stadt ist, wird auch durch ihre Kunst-, Atelier- und Galerienszen bestimmt. Hier soll sich in Hannover einiges tun, der Kunststandort soll stärker gefördert, gestärkt und in der Konkurrenz der Städte zu einem Plus werden.

Hannover. Gestern hat Kulturdezernent Harald Härke zusammen mit Anne Prenzler vom Kulturbüro die ersten Schritte einer nachhaltigen Förderung präsentiert. Die Summe ist mit 50 000 Euro (in Verbund mit der Stiftung der Sparda-Bank) vergleichsweise bescheiden, aber immerhin ein Anfang. „Auch wenn die Summe für das einzelne Projekt, den Künstler, das Atelier relativ klein ist“, so Harald Härke „es ist eine echte Hilfe in der Gründungsphase.“

Das sehen auch die Künstler so. Durch die Förderung durch die Stadt sei es einfacher, an Atelierräume zu kommen, so Henner Rosenkranz von der Bohai-Galerie: „Das gibt einen seriösen Anstrich und es gibt Sicherheit.“ Er will mit seinem Team am Schwarzen Bären in Linden einen Ausstellungsraum für zeitgenössische Fotografie etablieren – für einen Mix aus internationalen Newcomern und medienübergreifenden Projekten.

Das findet der Kulturdezernent super: „Kunsträume haben einen unmittelbare Wirkung auf ihr Umfeld, wenn sie einen lebendigeren Ort schaffen.“ Als besondere Auszeichnung dürfen alle geförderten Ateliers am diesjährigen Kunstvolkslauf Zinnober teilnehmen.

Mit der Atelier- und Projektraumförderung setzt die Stadt an der Basis an. Das ist richtig, um eine lebendige Szene zu etablieren. Denn Hannover wird für Absolventen von Kunsthochschulen wie Braunschweig zu einer annehmbaren Adresse, wenn man nicht nach Berlin oder Köln gehen will, wo man einer ganz anderen Konkurrenzsituation ausgesetzt ist.

Ein größeres Problem wird man durch staatliche Förderung nicht lösen können: In Hannover gibt es keine ausgeprägte Galerienszene, wo junge Kunst in nennenswertem Umfang gehandelt wird. Was auch an den potenten Sammlern liegt, die lieber in Berlin oder im Rheinland kaufen. Das könnte sich ändern, wenn das Angebot stimmt. Vielleicht finden sich mutige, zusätzliche Galeristen, die sich auch finanziell in Hannover engagieren.

Die Förderung läuft bisher über Anträge, über die dann im Kulturbüro entschieden wird – was bei der Höhe der Förderung noch ausreicht. „Sollten wir irgendwann mal höhere Summen zur Verfügung haben“, so Anne Prenzler, „müssten wir über eine Jury nachdenken.“ Die Fördersummen liegen zwischen 600 und 8500 Euro. Erstaunlich sei dabei die Anzahl der Förderantrage gewesen, „da wird dann doch eine ziemlich umfängliche Szene sichtbar“.

Unter den Künstler hat Hannover sich schon einen gewissen Ruf erarbeitet. Man müsse sich zwar immer noch rechtfertigen, warum ausgerechnet Hannover ... aber nicht mehr so stark. „Wir wollen das kreative Potenzial der Stadt verstärken“, so Samuel Henne von AD/AD-Project Space, die ihren Projektraum in der Deisterstraße haben und hier neben klassischen Ausstellungen auch Lesungen und eine Filmbar anbieten wollen.

Von Henning Queren


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