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AN DER GRENZE ZUR MALEREI: Das Aquarell "Baltrum" entstand 1929; es zeigt den Einfluss des Kubismus auf Rudolf Jahns's Schaffen.

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Kunst

Sprengel Museum zeigt: „Linien leben“: Rudolf Jahns’ Arbeiten auf Papier

Er gilt als der Poet unter den Konstruktivisten, obwohl er nie Kunst studierte. Sein Vater bestand auf Beamtenlaufbahn, so landete Rudolf Jahns (1896–1983) beim Zollamt in Holzminden.

Hannover. Dennoch wurde der gebürtige Wolfenbütteler zu einem hiesigen Wegbereiter der abstrakt-konstruktiven Kunst der 1920er Jahre, gründete „die ab-strakten hannover“ mit und war mit Kurt Schwitters befreundet.

Seine Ölbilder sind bekannt, sein grafisches Werk weniger, dabei befand der Künstler selbst: „Die Zeichnung ist mehr als das Gemalte.“ In mehr als 100 Bildern dokumentiert das SprengelMuseum jetzt Jahns’ Papierarbeiten und zeigt Entwicklungen und Brüche, ein waches und einfallsreiches Erkunden von Möglichkeiten. Die Anfänge sind auf einem Monitor zu sehen, Hannover-Skizzen, die Jahns als Soldat 1917 zeichnete. Seine feine, bedachte Strichführung zeigt sich schon da.

Die abstrakte Explosion, Zündfunke des späteren Werks, geschah 1919, ein Konzert von Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ inspirierte Jahns zu Zeichnungen in Blei oder Kohle auf Papier, Schwünge so bewegt wie die Musik. „Linien leben, sind Eigen-Wesen und sagen aus“, merkte Jahns 1963 an, es war auch zuvor sein Motto gewesen. Weibliches und Männliches brachte er 1920 in Strichen und Kreisen zum Tanzen und löste unter kubistischem Einfluss Landschaften und Körper in Linien und Flächen auf.

Er war Autodidakt und probierte sich in verschiedenen Stilen, früh aber packte ihn auch das Misstrauen gegenüber der Kunst. Die Nazizeit unterbrach seine Weiterentwicklung, nach dem Krieg knüpfte er an sein früheres Schaffen an. In dynamischen Linien deutete er 1962 Liegende, Hockende oder Badende an, mit der Kaltnadel schuf er eine ganze Serie von „Sumpf“ bis „Linienlandschaft“, sie ist komplett zu sehen. In einer Auswahl werden Jahns großartige Japan-Aquarelle präsentiert, und als eine besondere Serie die Collagen, in denen sich die Kontinuität von Jahns Schaffen spiegelt. Darunter auch Jahns’ spezielle Filmschnitte: Er klebte Filmschnipsel als Collage auf Karton.

Bewertung: 4/5

Bis 10. Februar. Der informative Katalog kostet 15 Euro.


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