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Tolle Musiker: Stephan Abel (rechts) und seine Band bei „Jazz in June“ in der Marktkirche.

Tolle Musiker: Stephan Abel (rechts) und seine Band bei „Jazz in June“ in der Marktkirche.
© www.irvingvillegas.com

Konzert

Sommerzeit in der Marktkirche

Dieser Termin bewegt in jeder Hinsicht: Bei „Jazz in June“ zu Ehren des legendären Jazz-Club-Gründers Mike Gehrke gab es in der Marktkirche wieder tolle Musik.

Hannover. Selbst unter den gleichgültigsten Agnostikern gibt es Menschen, die schon beim Anblick einer riesigen Kirchenorgel ins Staunen kommen – bedient dann ein Könner das Instrument, bleibt meist nur stilles Zuhören. So bei „Jazz in June“, der jährlichen Erinnerung des Jazz Club-Umfelds an Mike Gehrke: Lutz Krajenski beginnt mit einer Zeitreise „von Martin Luther bis Joe Sample“, welche bei „Komm Gott, Schöpfer“ des Reformators anfängt und mit Samples „One Day I Fly Away“ aufhört.

Erst sakral, dann soulig bedient Krajenski Tasten, Pedale und Register, beim „Backwater Blues“ klingt die Orgel wie eine komplette Big Band – obwohl seine Hammond nach dem gleichen Prinzip funktioniert, brauche man doch einen „Flugschein für dieses Mordsinstrument“, sagt Krajenski.

Herbert Christ und Jürgen Grimm spielen Jazz und Spirituals im Duett von der Kanzel – wunderbar, wie sich Trompete und Orgel zu Christs „Minority Blues“ ergänzen. Im „What A Friend We Have in Jesus“ stecken Emotionen, die zwei Instrumente sonst kaum herüberbringen können, „Feeling Flori“, eine Ode an Christs Jüngsten gibt den 450 Zuhörern nach der Pause ein bisschen Geborgenheit.

Die Stephan Abel Band um ihren Saxofonisten und Krajenski an der Hammondorgel sorgen für den Swing – „Downhill“ vom Gitarristen Bruno Müller bringt den ersten scharfen Rhythmus in die Kirche, die Band hat Spaß mit Soli. Zu Bill Withers „Lean On Me“ kommt die Sängerin Melane Nkounkolo auf die Bühne – obwohl der Regen jetzt hörbar an die Kirchenfenster klatscht, wird einem zu Gershwins „Summertime“ doch wieder warm.

Ben L’Oncle Souls „Lord We Know“ gibt Nkounkolo (die bis zur Pause niemand nach der richtigen Aussprache ihres Namens fragt) nur einen Ratschlag ans Publikum: „einfach spüren“. Ein Soul-Kracher folgt, zu dem Schuhe auf dem Kirchenboden tappen – nach zweieinhalb Stunden geht ein großartiger Konzertabend zu Ende.

Von Lilean Buhl


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