Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Shakespeare-Klassiker Richard III.
Nachrichten Kultur Shakespeare-Klassiker Richard III.
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:28 04.10.2010
Janet Doane als Lady Anne, Oliver Gruenke als Richard III.
Anzeige

Dabei haben die Theatermacher den immer noch und wieder aktuellen Stoff um hinterhältige Machterschleichung gekonnt in die Moderne gehievt: Der Text der Tragödie ist zwar erfreulich nah am Original und das spärliche Bühnenbild erinnert mit gotischen Bögen und Sankt-Georgskreuz-Fahnen auch tatsächlich an englische Adelssitze – doch die Bearbeitung von H. J. Mitschke sieht moderne Kleidung der Protagonisten vor.

Da werden bisweilen sogar Tarnjacken getragen. Das ist einerseits durchaus gelungen und verleiht der Aufführung etwas herrlich Surreales; auf der anderen Seite verlieren nicht wenige Zuschauer ob der fast immer gleich gekleideten Damen (rotes Kostüm) und Herren (schwarzer Anzug, rote Krawatte) mitunter ein wenig den Überblick, wer denn nun eigentlich der Herzog von Clarence und wer der Prinz von Wales ist.

Sei es drum: Zumindest einer wird immer erkannt. Und das ist Richard. Oliver Gruenke („Ich beschließe, hier den Dreckskerl zu spielen!“) haucht dem Scheusal dann eine fast schon diabolische Aura ein. Zunächst wirkt sein Text zwar noch ein wenig auswendig gelernt, die Betonung will da nicht so recht passen, im weiteren Verlauf des Stücks gewinnt er aber immer mehr Sicherheit und geht beinahe beängstigend in der bösen Rolle auf.

Wenn er etwa Lady Anne (großartig: Janet Doant) anbietet, ihn zu erdolchen – was diese freilich ablehnt – werden die Premierenzuschauer Zeuge von tatsächlich hervorragendem Schauspiel. Sie spenden ausdauernd Beifall.

Bewertung: 4/5

Wieder am 6. 10., 30. 10., 3. 11., 10. 11.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Shakespeares „Hamlet“ machte den Anfang und bekam freundlichen Applaus. Das Theater für Niedersachsen hat sein Schauspielprogramm im Theater am Aegi gestartet.

04.10.2010

Mozarts „Entführung aus dem Serail“ so ganz ohne Serail: Ingo Kerkhof hat die Oper zum düsteren Liebesdrama umgedichtet – und bekam dafür satten Beifall, aber auch etliche Buhs.

04.10.2010

Facebook setzt seinen Erfolg im Internet auf der Leinwand fort: Der Film über das Netzwerk der Freunde hat den Spitzenplatz der US-Kinocharts erobert.

04.10.2010
Anzeige