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Kultur Saxon zeigen es den Niedersachsen
Nachrichten Kultur Saxon zeigen es den Niedersachsen
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00:20 05.03.2018
Alte Schule: Saxon spielen im Capitol. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Rot und martialisch groß brüllt der Bandname förmlich vom Banner, Gitarren-Boxen mit Adler-Logo künden von Strenge und Härte – Saxon sind mit ihrem neuen Album „Thunderbolt“ zurück auf Tour. Eine ordentliche Lichtschau haben die Kerle aus Mittelengland mitgebracht. Dem Lichtmann juckt’s im Capitol schon vor Konzertbeginn in den Fingern, Blitze zucken, die Scheinwerfer drehen sich ungeduldig. Mehr als 1000 Fans sind ins Capitol zum Flaggschiff der New Wave Of British Heavy Metal gekommen, zumeist männlich und im besten Alter.

Saxon sind ein kompromissloser, starker Rock-Fünfer. Sänger und Frontmann Biff Byford klingt mehr denn je nach der verstorbenen Metal-Ikone Ronnie James Dio, die Band boxt mit kräftigem Sound, hyperaktivem Jazz-Getrommel und nebeligen Metal-Fantasien. Der große Byford stolziert in seinem Seemannsmantel umher, seine langen, grauen Haare hat er schon auf jeder Festivalbühne geschüttelt, er ist ein sturmerprobter Kapitän – „Crazy audience, already!“.

Biff bejubelt Saxons Chart-Einstieg in Deutschland, eine gute Nachricht für die Band, die im nächsten Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert. Der Klassiker „Motorcycle Man“ kommt mit schrillem Pfeifen, schockt und rockt, ist wunderbar schnell. Ein Song, so wichtig wie „Ace of Spades“ von Motörhead oder Iron Maidens „Killers“. Viel Boogie-Woogie fließt in „Strong Arm of the Law“, heiße 80er-Ware. Und nicht allzu weit weg von the Sweet und den Helden des Glam- und des englischen Pub-Rocks.

Der agile Bassmann Nibbs Carter sorgt für Spiel-Spaß, der monotone Groove bei „Power & the Glory“ wird von den Fans mit Stakkato-Rufen begleitet. „Feels like a Saturday night!“, preist Biff das vorgezogene Wochenende.

Ihre Texte stammen aus der Mitte der Zeit, in „Dallas 1 PM“ erinnern sie an das Attentat auf Präsident Kennedy, bei „747 (Strangers in the Night)“ singen sie über eine Beinahekatastrophe am New Yorker Flughafen. Sie haben mehr als eine Handvoll guter Songs dabei, auch wenn die neuen Stücke im Vergleich kaum mehr überraschen.

Biff huldigt Motörhead mit der schnoddrigen Hymne „They Played Rock And Roll“. Nur bei Gitarrist Paul Quinn hat man etwas Sorge, wenn er dem Bühnenrand zu nahe kommt: Der Mann ist 66 Jahre alt, trägt eine dicke Brille und sieht eher wie ein Früh-Pensionär aus. Er spielt allerdings eine hervorragende Gitarre, leicht bluesig, sehr behänd und mit viel Gelassenheit.

„Fantastic audience!“, lobt Biff die Fans, trägt die Kutten und Mäntel, die ihm aus dem Publikum gereicht werden und signiert sie. Zum Mitsingpart von „Heavy Metal Thunder“ und „Denim and Leather“ stehen alle stramm. Auf Zack mit Saxon – ein guter Abend, mit harten Riffs und Ovationen.

Von Kai Schiering

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