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Kultur "Salt" - Angelina Jolie auf der Flucht
Nachrichten Kultur "Salt" - Angelina Jolie auf der Flucht
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14:35 19.08.2010
Auf der Flucht kommt Evelyn Salt (Angelina Jolie) ihrem unterstellten Attentatsziel näher.

VON LAURENZ LIERENZ

Angelina Jolie ist schon ein etwas beängstigender Traum von Frau. Tolle Augen, Lippen wie Stoßstangen, ein süffisantes Lächeln, das dich umwirft und zugleich fernhält (wenn du zu schwach bist). Seit Jolie Lara Croft war, traut man ihr alles zu und nimmt ihr alles ab. Dinge auch, für die man vor wenigen Wochen die weit weniger coole Cameron Diaz noch ausgelacht hatte.

Diaz ist halt auf ewig die breit grinsende Mary, die Gel in ihrem Haar wähnte, wo sie doch des nach ihr verrückten Ben Stillers Ejakulat drin hatte. Deshalb geht Diaz mit Tom Cruise in voller Fahrt vom Motorrad ballernd so gar nicht. Jolie aber, die einen Kerl im Vorbeifahren einfach so vom Bike befördert – supie! Jolie, die von einer Überführung auf einen Truck hüpft – passt! Jolie ist eine vertrauenswürdige Heroine des Action-Kinos, eine, bei deren Anblick Mann schwach wird undFrau sich identifiziert. Nicht mal ein Brad Pitt als (Film-)Ehemann – das weiß man seit „Mr. & Mrs. Smith“ – kriegt die klein. In „Salt“ ist ihr Gatte übrigens August Diehl. Ein Spinnenforscher.

In „Salt“ des Australiers Phillip Noyce spielt Jolie die CIA-Agentin Evelyn Salt, die es langsamer angehen will, die nach einem Schreibtischjob Ausschau hält.Sie steht auf nette Jahrestagsdinner mit dem Liebsten. Ganz kuschelig. Da platzt ein altgedienter Sowjetagent in ihr Leben und bezichtigt sie, den russischen Präsidenten liquidieren zu wollen. Und: Flucht! Evelyn rennt. Noyce, der schon Klassiker wie „DieStunde der Patrioten“ und „Der stille Amerikaner“ drehte, drückt ab jetzt so auf die Tube wie nie zuvor in seiner Karriere.

Trotzdem bleibt er der zuverlässige Geschichtenerzähler, der nicht glaubt, er könne die Handlungsstränge mal kurz in die Luft werfen wie Makkaroni, weil das bei dem vielen Tohuwabohu und Ratatazong hier sowieso keiner merkt. Dem natürlich schon mal die Fantasie durchgeht, wenn Jolie auf Weltrettungsmission ein Auto per Fahrer-Elektroschocken fernlenkt. Und der überhaupt die Gesetze der Physik für alberne Restriktionen bei der Jobausübung hält, wenn er seine Heldin vom Hubschrauber springen lässt und diese dabei die Luft durcheilt wie Warners Zeichentrickkojote Karl (der allerdings 20 Zentimeter vorm Ziel stillstehen und nach unten gucken und dann schulterzuckend lotrecht fallen würde). Jolie springt und landet gut. An dem, was sie hier alles durchleiden und ertragen muss, lässt es sich sonst gut sterben. Es soll im Detail nicht verraten werden.

Nur so viel: Der Film gefällt wie kaum ein anderes reines Action-Stück dieser Saison. Weil er von Grips in den Zuschauerreihen ausgeht, sein Publikum ernst nimmt. Und bei allem Superheldentum, das Jolie an den Tag legt, ist sie in erster Linie doch nur ein Mensch auf der Flucht, einer mit Leben, Seele, Nervenkostüm. Dr. Kimble lässt grüßen.

Salt“, USA 2010, 100 Min. Regie: Phillip Noyce. Darsteller: Angelina Jolie, Liev Schreiber, Chiwetel Ejio­for.

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