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Kultur Rossi und Krajenski verabschieden das Jahr
Nachrichten Kultur Rossi und Krajenski verabschieden das Jahr
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16:12 17.12.2017
ROCKER UND CROONER: Oliver Perau alias Juliano Rossi (links) und Lutz Krajenski bei ihrem traditionellen Adventskonzert im Pavillon. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Wie er springen konnte, so hoch wie kein Anderer, und ganz sanft landete. Wie er lachte, auch wenn ihm nicht dabei war, und die Menschen begeisterte. Und wie er tanzte, tanzte, tanzte, ein ewiger Entertainer. Sammy Davis Jr. sang einst von diesem „Mr Bojangles“. Und jetzt singt Juliano Rossi dieses Lied, und es ist – wie immer – ein Höhepunkt dieses seines Jahresabschlusskonzerts im – wie immer – ausverkauften Großen Saal des Pavillons.

Juliano Ross. ein Ein-Mann-Rat-Pack und als Begleitung die famose Big Band des hannoverschen Organisten, Pianisten und Arrangeurs Lutz Krajenski, das ist für viele Besucher inzwischen ein ganz fester Teil des Advents, ein Abend, an dem es froh und munter, aber auch besinnlich zugeht und gemeinsam Lieder gesungen werden.

Es gibt ein Best-of des Great American Songbooks, „I’ve got you under my Skin“ und „Leaving on a Jetplane“, „Volare“ und „Candyman“, dazu im bestechend groovenden Swing-Gewand arrangierte Klassiker von den Doors bis zu Manfred Krug. Und natürlich Weihnachtslieder, „Let it snow“ als Rahmen, „Santa Claus is coming to Town“, „Driving home for Christmas“ ... Die Big Band findet für jede Stimmung den richtigen Ton, ist kraftvoll, sensibel und kreativ. Großartig und virtuos eine ausufernde Variation von „Fröhliche Weihnacht überall“.

Und Oliver Perau, der hannoversche Terry-Hoax-Rocker, der den Crooner Rossi in sich fand, zeigt die ganz große Kunst des Samstagabendunterhaltung, voller Grandezza, Spielfreude und persönlicher Ansprache. Ein Vulkan, immer kurz vorm Ausbrechen. Springend, anfeuernd und tanzend, tanzend, tanzend. So viel Rock im Swing ist selten.

Er wackelt wie einst Elvis Po und Pelvis zu „Suspicious Minds“, kanalisiert die Fine Young Cannibals, Udo Lindenberge, Joe Cocker, Westernhagen und Grönemeyer, tanzt im Publikum, begrüßt einen alten Wegbegleiter und Förderer, der jetzt nach einem Schlaganfall im Rollstuhl in der ersten Reihe sitzt, mit Umarmung und Küsschen und grüßt seine Verwandtschaft, die fast vollständig angetreten ist. Da bricht ihm fast die Stimme weg. Es ist eben auch ein Fest der Liebe, diese liebgewonnene hannoversche Tradition.

Zum Schluss verspricht Rossi: „Wir machen das so lange, wie wir können.“ Ein ewiger Entertainer.

Von Stefan Gohlisch

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