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Kultur Pop trifft Klassik im Kuppelsaal
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15:45 07.12.2017
Im Lichterschein im Kuppelsaal: Sarah Brightman bei der Royal Christmas Gala. Quelle: Dröse
Hannover

Wie eine Marienstatue, mit Strahlenkranz-Diadem und blendend-weißem Gewand steht sie im Lichtkegel und bringt mit ihrer fantastischen Sopranstimme das Publikum zum Jubeln. Weltstar Sarah Brightman wirkt nicht nur wie eine Ikone, sie ist auch eine in der Musikwelt. Nun gastierte sie als einer der internationalen Gaststarts im Kuppelsaal mit der Royal Christmas Gala, einer festlichen „Pop meets Classic“-Show.

Zu den Klängen des Royal Symphony Orchestra aus London und einer sechsköpfigen Band singt die Diva ihren Welthit „Time to say Goodbye“, der sie einst – als Duett mit Andrea Bocelli – weltberühmt machte. Sie brilliert auch mit der Arie „Lied an den Mond“ (aus Antonín Dvoráks Oper „Rusalka“) und mit Schuberts „Ave Maria“. Zum Dahinschmelzen. Natürlich fehlt auch nicht die berührende Arie der Christine aus dem Musical „Phantom der Oper“ von Ex-Gatte und Erfolgskomponist Andrew Lloyd Webber. Auch dafür wird die Britin gefeiert. Brightman, eine der bekanntesten Stimmen überhaupt, gilt als erfolgreichste Sopranistin: 30 Millionen verkaufte Tonträger, unzählige Gold- und Platin-Auszeichnungen. Als einzige Künstlerin sang sie zweimal die Titelmelodie bei den Eröffnungsfeiern der Olympischen Spiele. 2000 war sie zuletzt auf Deutschland-Tour.

Es ist eine hochkarätig besetzte, farbenprächtige und stimmungsvolle Show, mit transparentem Sound und geschmackvollen Lichtzaubereien – da tanzen schon mal 16 Lüster. Doch im Vordergrund steht der fein abgestimmte Musikmix: Weihnachtslieder, Opern- und Ballettmusik, Klassik, Pop, Crossover, Musical, Folk- und Filmmusik, spannungsvoll und kurzweilig.

Was für Stimmen! Klasse das Erfolgsensemble Gregorian, das berühmte Musikhits und -werke im gregorianischen Stil interpretiert. Die acht klassisch ausgebildeten Sänger singen Titel von ihrem aktuellen Album „Holy Chants“, teilweise mit Sängerin Amelia Brightman, Sarahs jüngster Schwester. Ergreifend ihre Choräle.

Dann der preisgekrönte Frangoulis, der auch Gast auf der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2004 in Athen war Mit strahlender Stimme singt er im Crooner-Stil „Jingle Bells“. Das rumänische TV-„Supertalent“ Narcis packt und betört alle mit seiner engelsgleichen Falsett-Stimme, so bei Puccinis „O mio babbino caro“. Bravos. Fast unglaublich auch Varela (Trio „Forte Tenors“): Erst singt er mit einer super Popstimme seine Liebesballade „Gloria“, um danach umzuschalten auf den Klassik-Modus: Mit vollabgerundetem Opern-Tenor brillert er bei Puccinis „Nessun Dorma“. Die erst 14-jährige russische Harfinistin Alisa Sadikova, die wie ein blonder Rauschgold-Engel aussieht, spielt hervorragend-zauberhaft ein Solo. Und die Ballett-Tänzer Katrina Lyndon und Tom Broderick bereiten einen Augenschmaus zu Tschaikowskis „Nussknacker“-Musik.

Reichlich Zugaben, inklusive Sarah Brightmans traumhaftem „Amazing Grace“ und „Happy Christmas“. Eine wahrlich königliche Show. Das Volk huldigt mit Jubel und stehenden Ovationen.

Von Christian Seibt

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