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Kultur Phil Collins über Soul, Bier und Dosensuppe
Nachrichten Kultur Phil Collins über Soul, Bier und Dosensuppe
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18:48 09.09.2010
Phil Collins.
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VON STEFFEN RÜTH

Phil, was hat Sie dazu bewogen, mit „Going Back” ein Album voller Motown-Songs aufzunehmen?

Ich hatte Lust dazu. Und aus Liebe zu diesen Liedern. Dieses Album hat immer schon darauf gewartet, dass ich es endlich mache. Es hat nur ziemlich lange warten müssen

Nach Jahren mit viel Häme heißt es plötzlich in den Medien wieder, der Phil sei eine verdammt coole Socke. Verblüfft Sie das?

Ich glaube kein Wort davon. Sie etwa? (lacht).

Haben Sie damit gehadert, trotz des Riesenerfolgs lange wenig künstlerische Anerkennung zu bekommen?

Ich habe mich oft gefühlt wie ein Schwimmer, der von der öffentlichen Meinung immer wieder unter Wasser gedrückt wird. Jetzt lassen mich die Leute in Ruhe schwimmen. Ich meine, ich bin ein verdammt guter Schlagzeuger, ich habe ein paar wirklich gute Songs geschrieben.

Ihr neues Album kommt überraschend. Vor zwei Jahren noch haben Sie beteuert, in Rente zu gehen.

(lacht) Ich habe mich zur Ruhe gesetzt. Oder sagen wir besser: Ich habe aufgehört. „Zur Ruhe gesetzt” klingt ja noch älter, als ich ohnehin schon bin. Was die Tourneen angeht, ist ganz sicher Schluss. Die Genesis-Tour haben wir gemacht, weil wir als Gruppe das Gefühl hatten, wir hätten uns nicht gescheit verabschiedet.

Wird „Going Back“ Ihr letztes Album sein?

Ich werde sehr wahrscheinlich für immer, für den Rest meines Lebens, Songs schreiben. Und wenn ich diese Songs komponiert habe, dann gibt es eine kleine Möglichkeit, dass ich sie vielleicht, ganz vielleicht irgendwann veröffentliche. Aber vom Kopf her ist „Going Back” mein letztes Album. Ich brauche das Geld nicht mehr, mir machen das hektische Reisen, all die blöden TV-Shows keinen Spaß mehr, und außerdem ist mit diesem Album jetzt mein Plattenvertrag erfüllt. Diese Freiheit ist großartig!

Können Sie sich denn ein Leben ohne das Musikgeschäft vorstellen?

Dieses Leben habe ich doch längst. Ich ziehe hauptberuflich meine Kinder groß. Mein Traum ist es, jeden Morgen aufzuwachen und mir zu überlegen: „Phil, was willst du heute machen.” Das geht nicht, wenn du ein Album machst. Ich spüre nicht mehr den Drang, in meiner Karriere noch mehr zu erleben. Ich möchte lieber mit den zwei kleinen Kerlen in den Urlaub fahren können.

Sie leben derzeit allein mit Ihrem Hund Travis.

Ja, wir teilen uns eine Junggesellenbude. Ich will niemanden mehr in meinem Haus haben. Ich möchte meine Ruhe haben, allein bleiben.

Was gefällt Ihnen denn so gut am Alleinleben?

Mein Sofa. Mein Bier. Meine Fußballsendungen.

Kochen Sie für sich allein?

Na ja, also ob man das Kochen nennen kann ... (lacht). Gestern Abend zum Beispiel habe ich mir eine Dosensuppe aufgewärmt und sie vor dem Fernseher gegessen. Ich kann schon ein bisschen kochen, bin aber auch faul. Ich schaute mir also irgendwann diese leere Suppendose an und dachte, ob Madonna das wohl auch so macht?

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