Navigation:
SO SERIÖS UND DOCH SO LUSTIG: Olli Dittrich bei seiner Plauder-Lesung im Theater am Aegi.

SO SERIÖS UND DOCH SO LUSTIG: Olli Dittrich bei seiner Plauder-Lesung im Theater am Aegi.© Frank Wilde

Leseshow

Olli Dittrich im Theater am Aegi

Musste Komiker werden, ist ganz einfach. Drei Stunden lang erzählt Olli „Dittsche“ Dittrich aus seinem wirklich wahren Leben,

Hannover. Richtig seriös wirkt Olli Dittrich, als er im grauen Anzug und mit Brille seine Bühne im Theater am Aegi betritt. Auf seinem Tisch liegt die Lesebrille bereit, daneben sein Buch und einige Zettel. Dennoch tönen bereits die ersten Lacher, bevor er auch nur einen Satz gesagt hat. Obwohl er an diesem Abend weder „Dittsche“ noch den Komiker aus „RTL Samstagnacht“ gibt, erheitert er sein Publikum: weniger mit Ausschnitten aus seinem Buch „Das wirklich wahre Leben“, sondern eher mit frei herausgeplauderten Anekdoten.

Er erzählt, wie er als Fünfjähriger seine Oma beim Autofahren unterstützen musste. Und was für ein leidenschaftlicher Fan er schon als Kind von HSV-Star Uwe Seeler war. Er erinnert sich daran, wie er als Packer bei der Plattenfirma Polydor anfing und sich zum Produktmanagerhocharbeitete. Otto Waalkes war es schließlich, der ihm sagte: „Musste Komiker werden, ist ganz einfach.“

Er habe schon immer automatisch Leute nachgemacht, sagt Dittrich, aber seine Anfänge als Komiker machte er für sich selbst. Bevor er seine Witze auf dem Anrufbeantworter abspielte, saß er Tag und Nacht in seiner Hamburger Wohnung vor dem Vier-Band-Rekorder und nahm spontan ein Hörspiel nach dem nächsten auf. „Immer improvisiert, größtes Gekaspere“, umschreibt er auch die Zusammenarbeit mit Wigald Boning, die Schlüssel seines Erfolges wurde. Wenn er davon berichtet, spürt man noch heute die Begeisterung für diese Zeit. Dittrich präsentiert sich als nahbarer Künstler, auch als er über seine erfolgreichsten Jahre spricht.

Zurückhaltend und nüchtern beginnt er, doch im Laufe des Abends überschlagen sich seine Geschichten; am Ende beweist er, dass er auch auf Zuruf in Figuren schlüpfen und seine alten Witze auspacken kann. Er reagiert auf die Zuschauer – und gelangt trotzdem immer wieder zu seinem Faden zurück.

Nach drei Stunden, einer Menge Applaus und Zugabe beendet er die „Lesung“ – bei der gut war, dass er nicht mehr gelesen hat. Denn nicht als Vorleser, sondern als Unterhalter zeigt Dittrich sein wirklich wahres Leben.

Bewertung: 5/5


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Was halten Sie von den Obike-Leihfahrrädern in Hannovers City?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie