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Kultur OMD-Elektropop-Legende zu Besuch bei der NP
Nachrichten Kultur OMD-Elektropop-Legende zu Besuch bei der NP
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17:13 24.09.2010
Am 12. November im Capitol. Paul Humphreys (li.) und Andy McCluskey sind wieder Orchestral Manoeuvres in the Dark. Quelle: Frank Wilde
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VON MATTHIAS HALBIG

HANNOVER. Deutschland war immer wichtig für OMD, auch in Sachen Comeback. Für eine RTL-Show standen Andy McCluskey und Paul Humphreys 2005 erstmals seit 1988 wieder zusammen auf der Bühne. Nur vier Minuten. Aber von da an wurde geredet, gespielt, getourt und an einem Album gearbeitet. Das liegt taufrisch in den Regalen, heißt „History of Modern“ und ist wie eine Best-Of voller Hits, die man irgendwie verpasst hat. Einer heißt „RFWK“. „Die Initialen der Vier von Kraftwerk – Ralf, Florian, Wolfgang, Karl“, dechiffriert Humphreys beim NP-Besuch.

Die deutschen Elektro-Ikonen und ihre Mitbewerber La Düsseldorf und Neu! waren in den 70ern Inspiration für OMD. „Wir hörten stundenlang Kraftwerk, während die anderen bei Genesis und Pink Floyd zuhause waren und sagten: Das ist Shit“, erinnert sich Paul Humphreys. „Als wir das dann selber machten, auf unserem billigen elektronischen Equipment“, fügt Sänger Andy McCluskey an, „sagten sie: Das ist ja noch größerer Shit.“ Drei Jahre habe es gedauert, bis man sich vomStillfrickeln in der Wohnung von PaulsMutter auf eine Bühne traute.

Dann gings aber flott durch die Decke: Synthpop war 1980 das Gebot der Stunde, OMD lieferten Alben mit Ohrwürmern und Experimenten, McCluskeys melancholischer Gesang war kitzliger Gegensatz zu den Maschinenklängen. Ende der 80er zog Humphreys aber ein Absprungmanöver durch: „Ich musste raus.“ Dass McCluskey OMD bis 1998 alleine weiterbetrieb, habe ihn jedoch gefreut. „Moment“, wirft McCluskey ein, „ich erinnere das anders. Als ich mit ,Sailing on the Seven Seas‘ bei dir zu Hause aufgekreuzt bin, hast Du dich zwar gefreut, aber auch darüber, dass derSong es nur bis auf Platz drei geschafft hatte und ,Souvenir‘ nicht vom Sockel geholt hat.“ McCluskey feixt, Humphreys lacht, McCluskey lacht mit. Alte Schulfreunde.

„Wir waren damals modern, machten Musik für die Zukunft. Heute leben wir in der Postmoderne. Das Album sollte zuvörderst so klingen wie OMD früher. Deswegen der Titel ,Geschichte der Moderne‘“, erklärt McCluskey. Das soll aber nicht museal anmuten. „Es gibt ja so viele falsche Gründe noch mal ein Album zu machen“, seufzt Humphreys. OMD hatten 13 richtige, ihnen sind 13 schöne Melodien eingefallen. Die berühmten Musen von Liverpool liefern seit Beatlestagen nur Bestes.

„Es ist wieder so wie damals, als wir anfingen“, sagen beide unisono. Wirds also ein Comeback von Dauer werden? „Wir arbeiten an neuen Songs“, sagt Humphreys. „Es gibt sogar schon einen Titel fürs nächste Album“, sagt McCluskey und erzählt, wie sie tags zuvor in Leipzig – Eisenbahnfans beide – zur Verwunderung ihrer PR-Begleiterin um eine schöne alte Diesellok herumgetanzt sind. „Es gibt da diese wunderschöne Deltic Diesel, blaßblau mit cremfarbenen Streifen, sieht aus wie ein Albumcover“, schwärmt Humphreys, „über die wollten wir schon immer einenSong schreiben. Und die wurde von einem Unternehmen namens ,English Electric‘ gebaut.“

Und McCluskey: „Gibts einen besseren Titel für ein Album von OMD?“.

OMD im Capitol: 12. Nov., 20 Uhr, Karten für 45 Euro unter 0511 / 44 40 66

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