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Gutes Team: Heinz Rudolf Kunze (links) und Heiner Lürig. Das Foto entstand 2011 bei der Premiere von „Der Sturm“ im Gartentheater.

Gutes Team: Heinz Rudolf Kunze (links) und Heiner Lürig. Das Foto entstand 2011 bei der Premiere von „Der Sturm“ im Gartentheater.
© HAZ NP

Bühne

Noch ein Shakespeare-Musical

Ihr „Sommernachtstraum“ in Herrenhausen gehörte zu Hannovers warmer Jahreszeit wie laue Nächte und kühle Getränke. Jetzt arbeiten Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig an ihrem nächsten Shakespeare-Musical – im Theater am Aegi.

Hannover, . Shakespeare im geschlossenen Raum, so richtig mit Decke über dem Kopf und Theatersesseln? In Hannover ist das beinahe eine verrückte Vorstellung. Hier verbindet man – allen Anstrengungen von Staatsschauspiel und Staatsoper zum Trotz – den britischen Dramatiker mit Herrenhausen, dem Gartentheater, mit Musicals von Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig. Und nun ziehen ausgerechnet die ins Theater am Aegi um, zeigen dort im August ihr neues Shakespeare-Musical „Wie es euch gefällt“.

„Das bietet große Chancen“, sagt Lürig: „Ich habe keine Angst davor, drinnen zu spielen, nur ein wenig davor, dass die Leute nur vergleichen“ – nämlich zu den vorangegangenen Stücken, die von 2003 bis 2014 in Herrenhausen liefen, allen voran „Ein Sommernachstraum“, aber auch „Kleider machen Liebe oder Was ihr wollt“ und „Der Sturm“.

Darum setzt die Produktion auf größtmögliche Kontraste: auf einen Stoff mit weiblicher Hauptperson (Rosalind, die in einem Wald in den Ardennen um ihren Liebsten, Orlando, wirbt), auf Musik mit viel Folklore und Akkordeon, einer Band, die zwischen den Schauspielern agiert statt im Orchestergraben, und ein abstraktes Bühnenbild, umrahmt von einer Art Baugerüst.

Das Casting ist nahezu abgeschlossen. Lürig verspricht „tolle Schauspieler, Menschen, die man in Hannover gut kennt, aber nicht unbedingt aus den unseren Musicals“. Regie führt Renate Rochell (sie inszenierte zum Beispiel an im Leibniztheater für Die Tribüne „Acht Frauen“). Musikalischer Leiter bleibt Andreas Unsicker. Ein Unterschied: Lürig wird selber als Gitarrist auf der Bühne stehen: „Da habe ich richtig Bock drauf.“

Die Produktion wird getragen vom örtlichen Veranstalter Hannover Concerts; die Zusammenarbeit ist langfristig, auf vorerst fünf Jahre, angelegt und enthält auch die Option, mit „Wie es auch gefällt“ auf Tour zu gehen. Eine durchaus überraschende Entwicklung und aus der Not geboren.

Im Jahr 2014 lief der letzte „Sommernachtstraum“; danach war eine Pause von zwei Jahren angedacht und für 2017 die Wiederaufnahme von „Kleider machen Liebe ...“ Lürig erinnert sich: „2016 war das: Wir sitzen in großer Runde zusammen, die erste Produktionssitzung. Da klingelt das Telefon unseres Produktionsleiters Jürgen Hoffmann. Er kommt mit versteinerter Miene zurück: ,Mir wurde gerade von der Stadt alle Absprachen abgesagt.’“ Man musste ganz neu denken und freut sich auf das jetzige Modell – nicht zuletzt wegen der hannoverschen Sommer, so Lürig: „Jürgen hat ausgerechnet: In diesem Jahr wären ein Drittel der Vorstellungen ins Wasser gefallen.“

„Wie es euch gefällt“ wird vom 2. bis 25. August im Theater am Aegi gezeigt. Karten (35,60 bis 70,95 Euro) gibt es in den NP-Ticketshops.

Von Stefan Gohlisch


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