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Kultur Nigel Kennedy im Kuppelsaal
Nachrichten Kultur Nigel Kennedy im Kuppelsaal
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00:16 02.04.2017
Mit Frisur und viel Gefühl: Nigel Kennedy im Leibnizsaal. Quelle: Rainer_Droese
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Hannover.

Nigel Kennedy, selbsterklärter Sozialist und Aston-Villa-Fan, hat es im Moment nicht leicht: Die Torys dominieren das Parlament, der einst stolze Lieblingsclub krebst im Mittelfeld der zweiten Liga herum. Doch selbst solche schweren Zeiten bremsen den Enthusiasmus des Geigers nicht, als er Mittwoch in den mit 250 Zuschauern nicht ganz gefüllten Leibniz-Saal kommt – Kennedy verteilt Bounces ans Ensemble und gibt Daumen hoch ans Publikum, was er sogleich auf Deutsch begrüßt.

Mit Bach soll es losgehen, „Good Luck“ wünscht Kennedy seinem zweiten Geiger – der Brite trägt als einziger keine Abendkleidung, sondern einen zerfransten Blouson und quietschgelbe Laufschuhe. Doch dass die Ästhetik der Klamotte mit jener der Musik nichts zu tun hat, weiß jeder hier im Saal – spätestens, nachdem das Publikum zur Sonate No. 2 in A minor in Jubel ausbricht.

Kennedy spielt inmitten seiner Musiker, dreht sich, stampft auf den Boden. Vor der Pause bittet er seine zwei Gitarristen, einen Drummer und den Kontrabass nach vorne, „weil ich gerne mit Menschen spiele. Solange man Gitarristen ‚Menschen‘ nennen kann“.

Nach der halbstündigen Pause bleibt die Band gleich vorne, nun kommen die „Dedications“ – Widmungen an Klassik- und Jazz-Musiker, die Kennedy selbst komponiert hat. Teils experimenteller Jazz, teils Fusion mit Bass-, Gitarren- und Klarinettensoli, ist dieser Teil doch immer noch auf Kennedys Geigenspiel fokussiert und die lange Wartezeit allemal wert.

Zwischendurch albert Kennedy mit seinen Musikern herum, redet von der heimischen „Brexshit-Economy“ und veranlasst ein Ständchen für seinen erst 18-jährigen Gitarristen. Vor „Swing 39“, einem Jazz-Stück von Django Reinhardt, wirft der Violinist sein Schweißtuch ins Publikum, guckt verschmitzt hinterher und stürzt sich dann wieder mit ernster Miene in die Musik – das Ensemble lacht, die 250 Besucher hören konzentriert zu.

Von Lilean Buhl

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