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Kultur Dauerausstellung „Naturwelten“ erweitert
Nachrichten Kultur Dauerausstellung „Naturwelten“ erweitert
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00:21 04.03.2018
Farbenfroh: Eine Kranzqualle schwimmt durch die Dunkelheit der Tiefsee. Quelle: Foto: Zankl
Hannover

Das eine Wesen sieht aus wie ein Schneckengehäuse, an das man vorne eine Schmetterlingsnana getackert hat, ein anderes wie ein Schnabel mit Wurmfortsatz und ein wieder anderes wie ein Piranha-Aal mit Lichterkette. In jedem Science-Fiction-Film würde man solche Wesen als völlig unrealistisch abstempeln. Und doch leben sie. Sie heißen Flügelschnecke, Pelikan-Aal und Großmundfisch. Und sie sind die Stars von „Tiefsee. Leben im Dunkeln“.

Faszinierend: Das Landesmuseum in Hannover hat seine „Naturwelten“ vergrößert: Gezeigt werden jetzt auch 35 Exponate von Tieren, die in der Tiefsee leben – auch mit 3-D-Animationen.

Mit diesem neuen Teil der Dauerausstellung hat das Landesmuseum seine „Naturwelten“ erweitert, zeigt auf 50 Quadratmetern und anhand von 35 exquisiten Exponaten einen der faszinierendsten Lebensräume der Welt – und einen der größten: 70 Prozent der Erde sind von Wasser bedeckt; 60 Prozent fallen auf die Tiefsee. Doch was in dem Bereich passiert, der 500 Meter unter der Meeresoberfläche beginnt und bei mehr als 11 000 Metern im Marianengraben endet, ist weitgehend unerforscht. „Als Weltenmuseum haben wir nicht nur die eigenen Küsten im Visier“, so Direktorin Katja Lembke: „Da lag es nahe, uns mit dem größten Lebensraum der Welt zu befassen.“

Klimawandel beeinflusst die Ozeane

Tiere leben dort unter schwersten Bedingungen: Der Wasserdruck ist tonnenschwer, kein Sonnenlicht reicht hinab, es gibt keine Pflanzen, die Umgebung ist lebensfeindlich. Doch selbst in direkter Nähe der Schwarzen Raucher, Quellen, die unentwegt schwefelhaltiges Wasser ins Meer spucken, gibt es Tierleben. Doch es ist gefährdet: Der Klimawandel bewirkt direkt einen Ozeanwandel: Die Meere übersäuern. Die Temperatur steigt stetig. Hinzu kommt Plastikmüll. Auch dafür sensibilisiert die Ausstellung.

Interaktive Stationen und 3-D-Animationen

Kalt und dunkel ist es in der Ausstellung – aber nicht still: Wie in der Tiefsee tuckern Motoren, klackern die Wale, rauscht das Wasser. Schautafeln, interaktive Stationen und eine 3-D-Animation von Studenten der Hochschule Hannover vertiefen das Wissen. Unterstützung gab es – in Form von Exponaten – vom Forschungsinstitut und finanziell vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie von der Bingo-Umweltstiftung. Knapp 80 000 Euro steuerte sie bei, und die sind, wie Geschäftsführer Karsten Behr feststellte, „sehr gut angelegt“.

Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie das Leben immer wieder einen Weg findet – und wie die Gattung Mensch es in seiner Existenz bedroht.

Die Eröffnung von „Tiefsee. Leben im Dunkeln“ wird an diesem Sonntag (4.3.2018) von 11 bis 17 Uhr mit einem großen Familienfest gefeiert. Der Eintritt ist frei.

Von Stefan Gohlisch

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