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Kultur NP sieht Hannovers 3-D-Spektakel "Konferenz der Tiere"
Nachrichten Kultur NP sieht Hannovers 3-D-Spektakel "Konferenz der Tiere"
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17:04 17.08.2010
Die Giraffe hier heißt Gisela, Elefantendame Angie trägt die Frisur Maccaroni al dente.
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VON MATTHIAS HALBIG

Es hat sich was getan im hannoverschen Hause Ambient. Die Bilder von „Konferenz der Tiere“ (Start: 7. Oktober) sind eine Pracht, die Effekte des vierten Langfilms sind (abgesehen von einem etwas indifferent schwirrenden Insektenschwarm) herausragend, die Optik – sieht man ins gewaltige Okawangobecken – kann sich durchaus messen mit der der großen US-Kollegen. Die Botschaft: Umarmt den Planeten! Achtet alle Geschöpfe! Was mit der Suche eines mit einer kleinen Kürbisflasche ausgerüsteten Erdmännchens nach Wasser für die Seinen beginnt, endet mit einem Anschlag auf einen Staudamm. Mit einer Ölkatastrophe inHöhe der Galapagos-Inseln steht der Film hart in der Gegenwart. Es muss was geschehen. Die titelgebende „Konferenz ...“ dauert nur ein paar Minuten. Davor und danach gibts „Action!“.

Zahme Action! Der ganze Film ist ganz rigoros eine Chose für Kinder, er versucht nie, die Kleinen aufs Tempo der Großen zu bringen oder seine Geschichte allen Altern schmackhaft zu machen. Die Dialoge kommen langsam, die Gags zielen ganz klar auf amüsierbereites Jungvolk, und was Erwachsenen als Logikfehler erscheint, nehmen Kinder noch als gereimt. Dass dieWucht der Staudammwelle alle Tiere an den Felswänden des Todestals zerschmettert haben müsste. „Hat sie aber nicht“ gibts da zur Antwort.

Lustvoll zitieren die Ambients aus der (Trick-)Filmgeschichte. Der Tasmanische Teufel Smiley ist verwandt mit dem der Warner Brothers, der Weiße Hai ähnelt dem dicken Bruce aus „Findet Nemo“, der Einsatz eines Kängurus um eine Wasserdose erinnert an „Ice-Age“-Hörnchen Scrats Ringen um die Nuss. Weiter: Der auf Militärisches abonnierte französische Hahn Charles hat Ähnlichkeit mit Brit-Gockel Fowler aus Aardmans Hühnerspektakel „Hennen rennen“, drei den Helden bequasselnde Geier gabs schon in Disneys „Dschungelbuch“. Und im Finale zitieren die Regisseure Holger Tappe (Ambient) und Reinhard Klooss (Constantin Film) den Auftakt zu Roland Emmerichs „Godzilla“-Remake. Und. Und. Und. Das erbaut die Begleiter des Zielpublikums. Wer die Originalszenen aber nicht kennt, den störts nicht weiter.

Sentimental? Schon mal. Kitschig? Nur die Musik von David Newman. 3 D? Viele wunderschöne Bilder, ein wenig Augengepikse – kopfwehfrei. Schwachpunkte? Weil arg viel untergebracht wird, bleiben viele 3-D-Charaktere eindimensional. Und wir insistieren: Das Drehbuch! Erdmännchen können nicht wissen, was ein Eisbär ist. Tasmanische Teufel können keine Motorboote steuern. „Doch. Hier schon“, sagt der Nachwuchs. Und hat recht. Bei Bugs Bunny ging das auch immer.

Start: 7. Oktober, Hannover-Premiere noch offen.

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