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Kultur Muhabbet singt erstmals türkische Songs
Nachrichten Kultur Muhabbet singt erstmals türkische Songs
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14:46 02.06.2009
In Deutschland so erfolgreich wie in der Türkei: Muhabbet. Quelle: ddp

Mit seiner Musik verbindet der 24-Jährige Arabeske-Elemente orientalischer Popmusik und aktuellen R’n’B. Nach drei deutschen Alben veröffentlicht Muhabbet erstmals eine CD, auf der er auf Türkisch singt. Diese ist bereits im Mai in der Türkei erschienen und soll in Deutschland voraussichtlich im Herbst auf den Markt kommen. Mit dem gebürtigen Kölner sprach ddp-Korrespondentin Patricia Czarkowski.

Du hast die letzten acht Monate so hart an Deinem neuen Album gearbeitet, dass Du kaum Zeit für Dich selber hattest. Bist Du Perfektionist?
Definitiv. Aber ich habe auch etwas hippiemäßiges. Ich glaube an so esoterischen Kram, so nach dem Motto: bis hierhin und nicht weiter. Die Kunst liegt in der Reduktion, besonders wenn Du auf elektronischer Musik unterwegs bist. Das Ziel des Albums war es, türkischen R’n’B zu machen und nicht wie bisher deutschen R’n’Besk.

Auf Deinem aktuellem Album singst Du erstmals nicht auf Deutsch, sondern auf Türkisch. War die Umstellung schwer für Dich?
Am Anfang auf jeden Fall. Mein Produzent Ünal Yüksel hat mir sehr geholfen, akzentfrei türkisch zu singen. Er spricht perfektes türkisch und war bei den Aufnahmen knallhart zu mir und sagte immer: „Die Aussprache ist falsch, das Wort gibt es nicht und so kannst Du das nicht sagen“. Er hat mich „richtig“ hingebogen. Ich bin viel wortgewandter geworden. Vor kurzem habe ich mir alte Demotapes angehört. Da hab ich gemerkt, dass es ganz gut war, dass er mich so ausgepeitscht hat.

Deine bisherigen Songtexte handeln größtenteils von Deiner Jugend in Köln, den Problemen und dem Alltag von Ausländern in Deutschland. Hast Du mit diesem Kapitel abschlossen?
Vor etwa einem Jahr hat es bei mir Klick gemacht. Ich habe gemerkt, dass es Schrott ist, sich immer darüber zu beschweren, wie schwer es Ausländer in Deutschland haben. Diese Ausrede dient nur als Grund, seine eigenen Schwächen zu verbergen. Die Wahrheit ist doch: Wenn ich etwas erreichen will, stellt sich mir keiner in den Weg. Jetzt verarbeite ich in meinen Texten mehr zwischenmenschliche Geschichten, Familienthemen oder Sehnsucht. Es gibt ganz andere Einflüsse als zu der Zeit als ich 15 oder 16 Jahre alt war.

Wann bist Du mit einem Deiner Texte zufrieden oder überzeugt, dass er gut ist?
Das ist nicht greifbar. Es ist eher ein Gefühl, das mir sagt, ob etwas gut ist oder nicht. Je besser es mir geht, desto leichfüssiger schreibe ich. Ich kann nicht jeden Tag fünf gut Songs schreiben. Aber ich schmecke es förmlich und spüre es bis in die Knochen, wenn ein Song richtig gut ist. Ich bin auch viel konsequenter geworden, entweder etwas klingt geil oder eben nicht.

Wie verstehst Du Dich mit anderen Rappern in Berlin?
Ich bin Sido-Fan seit seinem zweiten Album. Sido ist ein Knaller, er ist lustig und ein super Mensch. Ich mag seine Musik und auch ihn persönlich. Bushido dagegen war nie mein Fall. Er hat mich auf einem seiner Alben gedisst, weil er dachte, ich sei Konkurrenz für ihn. Ich habe aber nie darauf geantwortet. Eko Fresh hat mich sogar drei Mal gedisst. Als ich ihn privat gesehen habe, habe ich ihn mir geschnappt und gesagt: „Hey, was ist denn los mit Dir?“ Danach hat er sich entschuldigt. Die sind halt so. Hunde, die bellen, beißen nicht.

Du warst 2008 schon auf Tour und hast auch dieses Jahr viele Konzerte geplant. Ist es auf Dauer nicht stressig?
Nein, ich nehme mir immer wieder freie Tage, an denen ich nur faul zuhause herumhänge, und noch nicht mal Lust habe, mich anzuziehen.

Was macht Dir schlechte Laune oder zieht Dich runter?
Einsamkeit macht mich verrückt. Abends alleine schlafen zu gehen und morgens allein aufzuwachen, davon bekomme ich schlechte Laune und Kopfschmerzen. Da denke ich mir: Irgendwas fehlt mir. Meine Mutter aber sagt: „Bleib Single und hab Deinen Spaß, heirate bloß nicht“. Sie kennt die Glamourwelt und weiß, wieviele gescheiterte Ehen es da gibt. ddp

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