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ARCHIV - Das deutsche Folk-Duo Mrs. Greenbird mit Sarah Nücken und Steffen Brückner singt am 18.12.2014 bei der MDR-Aufzeichnung "Weihnachten bei uns" in Chemnitz (Sachsen). Die Band gehört zu den acht Künstlern, die am 05. März 2015 in Hannover auftreten, um beim Eurovision Song Contest ESC am 23. Mai in Wien für Deutschland anzutreten. Foto: Hendrik Schmidt/dpa (zu dpa "Wer singt für Deutschland? - Kandidat für ESC in Wien gesucht" vom 01.03.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Mrs. Greenbird: Sarah Nücken und Steffen Brückner.© Hendrik Schmidt

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NP-Interview

Mrs.Greenbird gibts nur im Doppelpack

Seit neun Jahren sind Sarah Nücken (31) und Steffen Brückner (38) ein Paar - privatwie musikalisch: Als Mrs. Greenbird gewann das Kölner Folk-Duo 2012 die Casting-show „X-Factor“. Übermorgentreten sie beim ECS-Vorentscheid an.

Sie nehmen beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest mit. Warum?
Steffen Brückner: Zum einen sind wir tatsächlich Fans der Veranstaltung. Wir gucken das gerne, mit Wetten-Abschließen und Favoritenlisten. Das ist die größte Musikveranstaltung der Welt. Es ist der Superbowl der Musik. Zum anderen hatten wir vor zwei Jahren schon einmal mit unserem Management darüber gesprochen, dass wir gerne mal daran teilnehmen würden. Vergangenes Jahr ging es nicht, weil wir da unsere Platte aufgenommen haben. Und diesmal sagte unser Management irgendwann: „Du, wir haben euch da einfach mal angemeldet.“

Das große Forum scheuen Sie offenbar nicht ...
Brückner: Wir lieben die Herausforderung und probieren gerne neue Sachen aus. Nachher kann man immer noch sagen: „War nicht unsers.“ Aber dazu muss man es erst einmal gemacht haben. Wo wir die Möglichkeit sehen, ein Liedchen zu spielen, nehmen wir das gerne wahr.

Beim Vorentscheid spielen Sie sogar zwei Liedchen, wenn Sie in die zweite Runde kommen. Wie haben Sie die ausgewählt?
Sarah Nücken: „Take my Hand“ haben wir ausgesucht, weil es sich live zu einem Publikumsliebling entwickelt hat. Da vergießen manche Leute sogar Tränchen - und nicht, weil es so furchtbar ist (lacht). Und „Shine, shine, shine“ macht live einfach unglaublich viel Spaß. Darum haben wir uns dafür eingesetzt, dass es die beiden Lieder werden.

Mit wie vielen Leuten treten Sie an? Als Duo?
Brückner: Das Bühnenmaximum sind sechs, und das schöpfen wir auch aus.

Mit Tänzern und Pyrotechnik, nehme ich an.
Brückner: (lacht) Nein, überhaupt nicht. Unsere Tourband besteht inklusive uns aus fünf Personen. Bei den beiden Songs ist in der Studioversion ein Akkordeon dabei, und das nehmen wir auch noch mit.

Was halten Sie von der Konkurrenz?
Nücken: Ich finde die sehr, sehr interessant. Das Programm ist sehr gemischt und sehr heterogen. Das finde ich sehr cool. Brückner: Wir freuen uns auch sehr, alle kennenzulernen. Wir sind bislang noch keinem der Mitbewerber über den Weg gelaufen. Da sind auch Sachen dabei, die man gar nicht richtig auf dem Schirm haben konnte, weil die neu sind. Wir sind alle in erster Linie Künstler, und darum ist uns der künstlerische Austausch auch so wichtig.

Wo treten Sie denn lieber auf? In so einem großen Rahmen oder im kleinen Club?
Nücken: Früher hatte ich vor großem Publikum ein wenig Angst, weil ich dachte, man erreicht die nicht. Aber inzwischen habe ich gemerkt, man kriegt die doch. Inzwischen bin ich manchmal vor kleinem Publikum nervöser, weil man jeden sieht und jede Regung spürt. Und dann zieht jemand ein komisches Gesicht, und man denkt, es gefällt dem gar nicht ...

Brückner: Ich habe hinterher schon mal klärende Gespräche auf dem Klo führen müssen (lacht).

Um das neue Album „Postcards“ aufzunehmen, sind Sie nach Nashville gegangen. Warum?
Brückner: Erzähl du, hau rein!

Nücken: Von Steffen war es, glaube ich, nie so richtig ein Traum, von mir schon. Aber ich habe nicht daran glauben können. Doch wir haben per Zufall Kontakt zu unserem jetzigen Produzenten Marshall Altman bekommen, der unser Debütalbum in die Hände bekommen hatte und uns kennenlernen wollte. Dann haben wir uns über Skype kennengelernt und versucht, einen Song miteinander zu schreiben.

Wie schreibt man über Skype Songs?
Nücken: Als würde man nebeneinander sitzen, nicht ganz so schön, aber fast so. Man sieht sich halt und textet und schreibt zusammen, und die Zeitverzögerung beträgt auch nur eine halbe Sekunde.

Unter welchem Druck standen Sie bei dem Album?
Brückner: Unser Druck war mehr der inhaltlich-künstlerische. Beim ersten Album hatten wir theoretisch unendlich viel Zeit, um die Songs zu schreiben - und nur sehr wenig, um sie aufzunehmen, wegen des Termindrucks.

Damit sind Sie heute wohl nicht mehr so zufrieden?
Brückner: Nee, gerade wenn man wie wir dazu neigt, alles selber zu machen, sind zehn Tage Aufnahmezeit einfach sehr kurz. Wir haben nachts zum Teil nur zwei, drei Stunden geschlafen. Man muss Kompromisse machen, und darunter leidet natürlich die Qualität. Genau die Kompromisse hören wir heute. Diesmal mussten wir Zeit schaffen, um die Songs zu schreiben. Und haben gehofft, dass wir sie genauso gut finden, wie wir die alten fanden. Die Angst wurde uns genommen, als sie fertig waren.

Sie sind in Nashville aufgetreten, als quasi völlig unbeschriebene Blätter. Wie war das?
Nücken: Total schön. Wir haben eine Stunde in diesem bekannten Bluebird Café gespielt, also dem heißen Singer-/Songwriter-Spot dort. Das Publikum hat uns total schön zugehört und viel geklatscht. Wir haben tolles Feedback bekommen. Und allein der Name ist toll: „Mrs. Greenbird plays Bluebird“ ...

Brückner: Die Szene ist toll, sehr offen, weil halt überall Musik gemacht wird. Wir waren sofort Teil der Gemeinschaft.

Wurden Sie musikalisch beeinflusst?
Brückner: Wir haben viele Eindrücke für das nächste Album mitgenommen.

Wie schreiben Sie gerne Songs? Auch im Team?
Brückner: Wir haben da eine Rollenverteilung. Sarah ist mehr so der Text- und Gesangsmelodienmensch. Bei mir ist eher die musikalische Seite zuhause. An einem bestimmten Punkt kommen wir zusammen und fügen zusammen, was zusammen gehört.

Sie wirken immer so harmonisch. Zoffen Sie sich auch mal richtig?
Nücken: Im Studio? Gar nicht (lacht).

Brückner: Wir haben uns in den vergangenen achteinhalb Jahren nicht gestritten, kein einziges Mal selbstverständlich ...

Nücken: Im Studio verstehen wir uns tatsächlich immer, weil wir beide auf unseren Schatz aufpassen. In Nashville haben wir uns überhaupt nicht gestritten. Das passiert eher mal im Stress vor Konzerten.

Bei Interviews mit Bands kommt man schnell zu dem Punkt, wo der Interviewer sagt: „Sie sind jetzt soundso lange zusammen ...“ Und als Antwort kommt: „Höhö, länger als jede Beziehung.“ Bei Ihnen ist das ja offenbar anders. Ist das eine ohne das andere vorstellbar?
Brückner: Nee, man uns ist alles nahtlos miteinander passiert. Sarah hat mich angesprochen, als sie mich beim Gitarrespielen gehört hat. Vom ersten Date an haben wir zusammen Musik gemacht. Das eine ohne das andere geht nicht.


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