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Kultur Motörhead in Hannover: Der Blues in knallhart
Nachrichten Kultur Motörhead in Hannover: Der Blues in knallhart
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11:27 03.12.2009
Motörhead rocken 4000 Fans in der AWD-Hall in Hannover. Quelle: Steiner

Von Sören Nolte

Hannover. Der Satz zu Beginn ist ebenso legendär wie simpel – und zutreffend: „We are Motörhead and we play Rock ’n’ Roll!“ So begrüßt Sänger und Bassist Lemmy Kilmister sein Publikum, seit er mit seiner Band Motörhead Musik macht.

Und natürlich darf der Satz auch in Hannover nicht fehlen, auch wenn sich selbstverständlich schon seit Jahr(zehnt)en niemand mehr zufällig zu einem Konzert der alten Wilden verirrt, der über die musikalische Ausrichtung der Gruppe aufgeklärt werden müsste. Und eigentlich spricht der wummernde Sound ja auch für sich: „Iron Fist“ macht als Opener die Fronten klar;#schnell, dreckig und hart geht es zur Sache.

Schnell und hart

Spötter meinen ja, Motörhead spielten seit Beginn ihrer Karriere und auf 19 Studioalben immer wieder nur zwei Songs, einen schnelleren und einen langsameren. Dass dem nicht so ist, beweisen der mittlerweile 63-jährige Lemmy und seine Mannen nach wie vor bei über 100 Konzerten pro Jahr: Es ist der pure Blues, den sie da spielen, nur eben verdammt heavy. Die beinahe 4000 Fans in der AWD-Hall können sich also fallenlassen in einen Sound, der einen packt und mitnimmt, der nicht nur in den Ohren, sondern – Bass sei Dank – auch im Magen dröhnt.

Heute gibt es zwar nur zwei Songs des aktuellen Albums „Motörizer“ zu hören („Rockout“ und „The Thousand Names of God“), dafür spielt sich das Trio aber durch einen wackeren Ausflug in die eigene Bandgeschichte: das uralte „Stay Clean“, den düsteren „Bomber“, das spaßige „Going to Brazil“. Dazu das Twisted-Sister-Cover „Shoot ’em Down“. Zwischenzeitlich dürfen sich die immer ein wenig im Schatten des charismatischen Lemmy stehenden Phil Campbell (Gitarre) und Mikkey Dee (Schlagzeug) in ausgiebigen Soli austoben.

Besondere Lichteffekte oder gar eine Bühnenshow haben Motörhead dabei nicht nötig. Ihre Anhänger – in die Jahre gekommene Ro#cker wie jüngere Metal-Neulinge – kommen hier allein wegen der Musik. Und wegen Lemmys unnachahmlicher Ausstrahlung, seiner Outlaw-Attitüde: Er ist der Böse, der in seinen Texten doch immer für das Gute eintritt, der mit seiner rauen Whiskey-Stimme für die Unterdrückten singt und gegen Ausgrenzung.

Die Highlights kommen im Zugabenblock: zunächst der akustisch an der Bühnenkante dargebotene „Whore house Blues“ und dann die krachenden Band-Hits „Ace of Spades“ und „Overkill“.

Letztlich also keine großen Überraschungen – aber eben auch keine unerfüllten Erwartungen. Ja, war mal wieder gut!

Bewertung: 4/5.

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