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Kultur Moritz Götze stellt ab Donnerstag in der Langen Laube aus
Nachrichten Kultur Moritz Götze stellt ab Donnerstag in der Langen Laube aus
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17:06 10.08.2010
GUTES WETTER: "Sommer" in der Götze-Ausstellung.
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VON HENNING QUEREN

HANNOVER. Immer schön aufpassen, wen man in Hannover an die Leine legt. Aber keine Angst, er will ja nur spielen. Vielleicht mit dem Anzeiger-Hochhaus. Schlicht „Stadt“ heißt die ebenso farbstarke wie stimmige Ansicht mit Opernhaus und Mendini-Türmchen von Moritz Götze. Und der spielt gern mit Farben, Formaten und Stilen.

Zur Feier der umgestalteten Langen Laube werden in einer feinen Schau 27 Bilder des Ost-Pop-Künstlers präsentiert – mit dem in jeder Hinsicht passenden Ausstellungstitel: „Frohe Zukunft“. Zu sehen sind Emaillemalerei, Ölarbeiten, Zeichnungen.
Sommer in Hannover kann so schön sein, die Sonne lacht, das Rathaus strahlt mit dem Ernst-August-Standbild um die Wette, und selbstbewusst präsentiert sich eine Schönheit im kurzen Rock: Das frische Bild „Sommer“ (1,40 Meter breit und einen Meter hoch) ist die in diesem Jahr entstandene Hommage an die Landeshauptstadt.

Götzes Heiterkeit ist in den vergangenen Jahren einer gewissen Nachdenklichkeit gewichen. Die sich in der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte zeigt: „Moltke bei Sedan“ steht dafür beispielhaft in der aktuellen Schau. Götze hat dabei die Bilder mit den Mächtigen und Bedeutenden Götze-typisch umgestaltet, ihnen eine Wendung gegeben, die auch dann noch und gerade lustig bleibt, wenn sich Götze über die umstrittenen Helden lustig macht: Auf dieser Schlachtbild-Ikone mit Moltke hat Götze dem Feldherrn einen Dampfreinigerrüssel in der Hand gedrückt, mit dem alles Feindliche weggekärchert wird.

Moritz Götze hat eine der erstaunlichsten Kunst-Karrieren nach der Wende hinter sich. Mit der Kunst habe er „einfach mal so angefangen, ohne dass ich es wollte“, erzählt er. Punkmusiker war er mal, Sänger und Gitarrist in der Band „Größenwahn“, arbeitete (auch schon in der DDR) als Grafiker und schuf nach dem Mauerfall ein eigenständiges Werk mit deutlichen Anlehnungen an Pop-Art und Comic-Kunst.

Zu den schönsten Stücken der Hannover-Schau gehört „Luises Brief“ – ein Reliquienbild (Emaillemalerei auf Stahlblech) – mit einem Originalbrief von Prinzessin Luise.

Götze ist auf vielfältige Weise Hannover verbunden, seine Arbeit „Anzeiger-Hochhaus III“ beispielsweise befindet sich in der Kunstsammlung der Mediengruppe Madsack. Die Ausstellungseinrichtung der aktuellen Schau stammt von Ursula Sandmann und Christiane Rischbieter, die Moritz Götze schon 1995 in Hannover präsentiert hatten. 1999 hieß das Motto einer Ausstellung „Bunt ist meine Lieblingsfarbe“ – und das gilt noch heute für diese höchst ergötzliche Kunst.

Die Ausstellung wird Donnerstag (19 Uhr) eröffnet und ist dann bis zum 3. September in der Langen Laube 8 montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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