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Ab in „Das Boot“: Die Radiophilharmonie spielt deutsche Filmmmusik.

Ab in „Das Boot“: Die Radiophilharmonie spielt deutsche Filmmmusik.
© Wyrwa (FREELENS Pool)

Konzert

Mit der Radiophilharmonie durch Deutschlands Filmgeschichte

Von der Stummfilm-Ära bis zum „Tatort“: In seinem jüngsten Filmkonzert widmet sich die NDR-Radiophilharmonie dem deutschen Kino.

Hannover. „Deutsche Filmmusik braucht viel Platz“, hat Dirigent Frank Strobel vor der letzten Ausgabe des Ring Pops im großen Sendesaal des NDR gesagt – die Bühne ist wie der Saal randvoll. Mit „großen Instrumenten“, wie Moderator Desimo observiert, spielt die NDR-Radiophilharmonie große Filmmusiken aus einem Jahrhundert deutscher Leinwandkunst.

Das geht episch los mit Fritz Langs „Metropolis“. Zu den Standbildern auf der großen Leinwand im Hintergrund holt die Musik bei vielen die Erinnerung an das expressionistische Meisterwerk zurück. Desimo liest einen H.-G.-Wells-Verriss des Filmes vor („albern“) und leitet dann über zu Murnaus „Nosferatu“, zu dessen schaurigem Soundtrack Graf Orlok in Bewegtbildern durch das Set-Treppenhaus schleicht – Gruseln und Lachen geht auch gleichzeitig – aber bitte leise, da man beim Spiel des Orchesters gerne zuhört.

Auch das Dritte Reich mit seinen Propaganda-Filmen wird in der Retrospektive nicht ausgeblendet: „Die große Liebe“ mit Zarah Leander, ein Kriegsfilm im Romanzengewand, war später verboten und kam in den 80ern „als Senioren-Kino“ wieder – jetzt spielt das Ensemble Michael Jarys „Davon geht die Welt nicht unter“.

Obwohl die Soundtracks aus „Das Boot“, „Sophie Scholl“ und „Die Mörder sind unter uns“ natürlich sehr unterschiedliche Gefühle auslösen, bleibt das Fazit gleich: Fast alle diese Filme sollte man bald noch einmal sehen. Auch den Tatort „Im Schmerz geboren“ von 2013, den das Orchester hier live bespielt – Dirigent Strobel hatte auch die damaligen Aufnahmen für das HR geleitet, mit seiner explosiven Verwendung von klassischen Stücken war der Krimi mit Ulrich Tukur nicht nur visuell und dramaturgisch ein Experiment. Zum Abschied dann „Zu viel großes Gefühl“ – die Winnetou II-Streicher entlassen die Zuschauer in die Nacht.

Mehr Informationen gibt es
hier.

Von Lilean Buhl


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