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Kultur "Mit 3-D sind wir näher am echten Leben"
Nachrichten Kultur "Mit 3-D sind wir näher am echten Leben"
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15:43 04.10.2010
Holger Tappe mit dem resoluten gallischen Hahn Charles aus "Konferenz der Tiere". Quelle: Steiner

VON MATTHIAS HALBIG

Bravo! Endlich mal ein CGI-Kinderfilm in Kindertempo.

Offenbar ist noch viel Kind in uns. Wir wollten unseren Bildern Zeit lassen zu wirken. Es sollte keine hektische Sache werden.

Ist das ein Fantasie-3-D-Afrika?

Wer Afrika sagt, meint Kenia: Goldene Ähren, Löwe streift durch, am Horizont der Kilimandscharo. Da gibt es aber in Botswana das Okavangodelta. Jedes Jahr laufen zig Milliarden Liter Niederschlagswasser rein. Maximal vier Meter tief, Flusspferde können gerade so abtauchen. Eins der letzten Paradiese. Und wir waren dort, Reinhard Klooss und ich. Ich habe den Himmel fotografiert, um das Licht von Afrika in den Film zu bekommen.

Ihr erstes Mal Afrika?

Ja. Ich war noch nie dort, ich habe zu große Flugangst. Weils keine Straßen gibt, muss man in winzige Flugzeuge steigen.

War 3 D von vornherein der Plan?

Wir hatten das im Hinterkopf. Aber wir hatten schon ein Jahr am Film gearbeitet, als die Constantin schließlich entschied, einen 3-D-Film daraus zu machen. Das war nicht unproblematisch. Nach dem Erfolg von „Ice Age 3“ waren alle 3-D-Projektoren ausverkauft. Man braucht aber einen, um sein Material ansehen zu können.

Hat das die Herstellung des Films verlängert?

Ungefähr um ein halbes Jahr. Das geht aber noch. Im Computertrickfilm bringt man seinen Figuren ja das Laufen bei und speichert das ab. Dann machen die das, so oft du es willst. Wir mussten für 3 D nur noch die zweite Kamera platzieren. Bei einem Realfilm wäre das unmöglich.

Jetzt wird aber „Star Wars“ in 3 D angekündigt.

Da bin ich sehr gespannt. Bei „Kampf der Titanen“ hat die notwendige Umrechnung das Durchschnittsbudget eines deutschenFilms verschlungen. Und das sah trotzdem nicht gut aus. Beim Qualitätsanspruch, den George Lucas hat, wird der nahezu alles neu drehen.

Ist 3 D wirklich die Zukunft?

Erst kommt die Welle, dann wird es sich regulieren. Aber ich glaube, dass 3 D bleiben wird. Mit 3D sind wir ein Stück näher dran am dichten Leben. Die Neuerung ist nicht so elementar wie die vom Stumm- zum Tonfilm. Aber wenn man 3 D in den Dienst seiner Geschichte stellt, kann man die Zuschauer noch mehr in die Handlung hineinziehen.

Für die „Konferenz der Tiere“ wurde Erich Kästners Erzählung ökologisch modifiziert.

Viele nehmen uns das übel – ein Erich Kästner ist unantastbar. Aber es ging um die zeitgemäße Umsetzung des Themas. Und es steht nur ein „inspiriert von“ auf den Plakaten.

Jenseits der Umweltbotschaft gibt es noch eine persönliche.

Es ist auch eine Familiengeschichte: Selbst wenn niemand etwas von dir hält, kannst du es schaffen. Das ist vielleicht sogar die wichtigere Botschaft.

Es gibt viele Zitate, die das Verstehen aber nie erschweren. Etwa die an Roland Emmerichs „Godzilla“ angelehnte Szene mit den Blauwalen, die als Tiertransporter in New York ankommen.

Ja. Und dabei geht das gar nicht. Ins Blauwal-Maul passt kein Elefant rein, da könnte nicht mal ein Affe raushopsen.

Das haben Sie recherchiert? Man könnte doch auch sagen: Ist Cartoon, da ist es egal.

Wenn man das aber nicht sagt, wird es glaubhafter. Unsere Giraffen haben genauso viele Halswirbel wie echte Giraffen. Als unser Hai Billy verschluckte, hatte er zunächst noch eine Zunge.

Wie die Haie bei Micky Maus und Goofy.

Genau. Haie haben aber keine Zunge. Wir haben sie wieder entfernt.

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