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Toller Auftritt: Melanie C. bei der Premiere der Night Of The Proms 2017 in der Barclaycard-Arena Hamburg.

Toller Auftritt: Melanie C. bei der Premiere der Night Of The Proms 2017 in der Barclaycard-Arena Hamburg.
 © Torsten Volkmer

Interview

Melanie C.: Ich werde immer Spice Girl sein

Spice Girl, erfolgreiche Solokünstlerin und ein Stargast der Night of the Proms 2017: Nach der Deutschland-Premiere der Pop-trifft-Klassik-Show in Hamburg sprachen wir mit Melanie C.

Hamburg.  Melanie C. ist einer der Stargäste der diesjährigen Night of the Proms. Am Tag nach der Deutschland-Premiereder Show sprachen wir mit der 43-Jährigen über die Spice Girls, das Dasein als Mutter und Musikerin und ihre Erinnerungen an Hannover.

Guten Morgen, wie geht es Ihnen nach der Premiere?

Sehr gut, wie immer nach einer erfolgreichen Show. Ich freue mich auch sehr, auf die, die noch kommen.

Eine davon wird in Hannover sein, der Stadt, in der Sie 2005 Ihr Video zu „First Day of my Life“ drehten.

Ja, daran erinnere ich mich gut. Wir haben eine Straße abgesperrt (die Raschplatz-Hochbrücke, d. Red.), und ich glaube, es war sehr unbequem für die Menschen. Darum muss ich mich jedes Mal, wenn ich Hannoveraner treffe, aufrichtig entschuldigen, dass sie meinetwegen später von der Arbeit nach Hause kamen.

Woran erinnern Sie sich noch?

Es war ein wirklich schöner Tag, den ich, auch weil der Song einer meiner erfolgreichsten ist, in bester Erinnerung habe. Ich weiß noch, dass wir sehr gut italienisch essen waren. Hannover hat einen speziellen Platz in meinem Herzen, auch wenn ich später für Konzerte zurückkam.

Nun spielen Sie bei der Night of the Proms. Was hat Sie dazu bewogen?

Ich kenne die Proms schon seit ein paar Jahren. Bislang hatte ich immer terminliche Probleme, wenn eine Anfrage kam. Aber ich habe von Freunden, die schon teilgenommen haben – Ronan Keating zum Beispiel –, nur Gutes gehört.

Hatten sie recht?

Absolut. Ja, man wird Teil einer Familie, einer Familie, wo von den vielen Leuten, die an der Show arbeiten, einige schon seit 30 Jahren dabei sind. Das fühlt sich alles sehr warm an. Und es ist natürlich interessant, mit einer so eklektischen Mischung an Künstlern zusammenzuarbeiten. Man kann so viel lernen.

Sie singen in der Show ein Lied mit John Miles. Wie kam es dazu?

Das war eine Idee von Dirk und Jan, den Show-Machern. Für mich ist es eine unglaubliche Ehre: John ist ein fantastischer Sänger. Und unser Duett „When you’re gone“, das ich ja ursprünglich mit Bryan Adams sang, passt perfekt. Für mich ist das ein ganz besonderer Moment der Show.

Sie scheinen sich auch gut mit der Emily Bear zu verstehen, dem 16-jährigen Klassik-Nachwuchsstar der Show.

Sie ist toll. Ich meine: Es gibt heute nicht so viele weibliche Vorbilder für Mädchen – wo sind die Spice Girls, wenn man sie braucht? (lacht). Nein, Emily ist toll. So ein Talent! Und so hingebungsvoll. Das ist jemand, bei dem ich meiner achtjährigen Tochter sagen kann: Schau, das kann man erreichen, wenn man es will.

Aber die heutige Popwelt wird doch dominiert von Frauen. Das war damals, zu den Zeiten der Spice Girls, noch ganz anders. Hat Ihr Ruf nach „Girl Power“ funktioniert?

Girl Power gab es ja schon vorher. Ich bin ein Riesenfan von weiblichen Künstlern wie Dusty Springfield, Janis Joplin, Tina Turner ... Aber mit am stolzesten macht mich, dass wir Girl Power mit den Spice Girls zugänglich machten, verständlich machten, nicht nur für Mädchen, auch in der schwul-lesbischen Gemeinschaft ...

...und durchaus auch für heterosexuelle Jungs, die sahen, dass es auch eine Art femininen Feminismus gibt.

Ja, und der Grund, dass wir so laut „Girl Power!“ riefen, war, dass wir in diesem Business so viel Sexismus erlebt haben: „Niemand interessiert sich für Mädchenbands. Mädchenbands verkaufen keine Schallplatten. Niemand will Mädchenbands auf Titelblättern sehen.“ Und wir haben es ihnen allen gezeigt. Und wenn man sich die heutige Musikszene anschaut mit Künstlern wie Beyoncé, Rihanna, Katy Perry, Gwen Stefani oder Adele, sind da einfach sehr viele Frauen. Ich glaube, der Erfolg der Spice Girls zeigte, dass Frauen auch im Pop das selbe schaffen können wir Männer.

An dieser Stelle muss ich diese Frage leider stellen: Es gibt mal wieder Gerüchte über eine Reunion der Spice Girls – was ist dran?

Es gibt überhaupt keine Pläne. Ich weiß, Teile der britischen Presse berichten darüber, diesmal ohne Anhaltspunkte, aus heiterem Himmel. Aber wissen Sie: Ich muss diese Frage in jedem Interview beantworten ...

Darum ist sie mir auch ein wenig peinlich.

Sie machen ja nur Ihren Job. Also: Es gibt keine Pläne. Vielleicht passiert es noch einmal irgendwann, vielleicht auch nicht. Wir sind stolz auf das, was wir gemacht haben. Ich meine, die Menschen sprechen von mir immer als „Ex-Spice Girl“. Das bin ich nicht. Ich bin ein Spice Girl und werde es immer sein.

Sie haben Anfang des Jahres mit „Version of me“ ein Album veröffentlicht, dass sehr persönlich klingt, sehr retrospektiv und auch oft verletzlich. Ging dem eine Zeit der Selbstsuche voran?

Als Künstler und Songwriter betreibt man ständig Selbstanalyse. das muss man, um seine Gefühle ausdrücken zu können. Das ist doch, womit sich das Publikum identifizieren kann: dass es real ist. Wir alle haben doch die selben Gefühle: die selben Unsicherheiten, Sorgen und Ängste. Und je älter ich werde, desto leichter fällt es mir, meine Verletzlichkeiten zu akzeptieren. Ich habe es ehr genossen, dieses Album zu machen, auch etwas Anderes auszuprobieren, mit elektronischen Sounds zu experimentieren. Es war ein großartiges Jahr. Und ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.

Hat Ihre Elternschaft etwas daran geändert, wie Sie Musik machen?

Sie hat alles verändert. Sie hat mich selbstbewusster gemacht und zugleich besorgter. Vor allem bin ich sehr stolz, diese unglaubliche Person auf die Welt gebracht zu haben. Sie lehrt mich, seit dem ersten Tag tut sie das. Ich liebe es, eine Mom zu sein. Das ist nicht immer einfach in meinem Beruf, weil ich so viel unterwegs bin. Jetzt gerade ist sie zum Beispiel in der Schule. Aber in zwei Wochen hat sie Ferien, dann kommt sie nach.

Versteht sie, was Sie tun?

Ja, da war ich immer sehr offen, habe ihr zum Beispiel alte Spice-Girls-Videos gezeigt. Sie geht damit ganz cool um. Manchmal ist sie irritiert, wenn Mami anhalten muss, um mit jemandem Selfies zu machen. Aber grundsätzlich ist sie stolz auf mich.

Wächst da ein neues Spice Girl heran?

Ich weiß es nicht. Sie ist an so vielen Sachen interessiert, an Sport, Musik, Malerei ... Keine Ahnung, was sie später machen wird. Aber ich glaube schon, etwas Kreatives.

Mehr über die Hannover-Ausgabe der Night of the Proms finden Sie hier.

Von Stefan Gohlisch


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