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NP Interview

Max Raabe: "Man wird ja nicht schlauer"

Max Raabe ist mit seinem neuen Programm „Eine Nacht in Berlin“ Ende März für zwei Abende im Kuppelsaal. Im NP-Interview spricht er über Klassiker, Cocktails und Pläne.

Hannover. Herr Raabe, kommen wir gleich zum Tour-Motto: Wie sieht die perfekte Nacht in Berlin aus?

So genau kann ich das gar nicht sagen. Am besten aber: Man kommt im Hellen nach Haus.

In der Tourankündigung sprachen Sie viel von Unvernunft ...

Das bezog sich auch erst mal auf Plakat und CD-Cover, so ohne Helm und Hände in der Hosentasche auf dem Fahrrad ... Und musikalisch sind da natürlich unsere Lieder gemeint, in denen es ganz, ganz häufig um die Unvernunft menschlicher Beziehungen und Leidenschaften geht. Wie lernt man sich kennen, und wie wird man sich wieder los? Man wird ja nicht schlauer.

Wie unvernünftig ist Max Raabe?

Ähmm ... ziemlich unvernünftig. Auf der Bühne habe ich immer das Gefühl, ziemlich gut vorbereitet zu sein. Im richtigen Leben bin ich immer mit einem blauen Auge davongekommen. Mit souveräner Planung hat das alles nichts zu tun. Was im musikalischen Bereich natürlich ganz anders aussieht.

Ein bisschen Verbraucher-Info: Was liefern Sie in den aktuellen Konzerten?

Wir finden immer wieder neue Stücke, die unglaubliche Pointen in sich bergen und viel Leichtigkeit und Charme haben. Vor allem auch aus den 20er und 30er Jahren, diese Zeit ist da sehr effektiv gewesen. Und natürlich sind die Klassiker dabei, ohne den „Kleinen grünen Kaktus“ gehen wir gar nicht mehr auf die Bühne. Ich hatte viele Titel mit Annette Humpe geschrieben, die auch einfließen werden. Wir stellen dieses zumindest künstlerisch verklärte Berlin der 20er Jahre in den Mittelpunkt. Berlin wird ja immer mehr - neben Hannover - als eine der wilden Metropolen Europas wahrgenommen.

Schön gesagt. Hätten Sie gerne in der Zeit gelebt, aus der Sie Ihre Songs holen?

Lieber einen Ausflug. Mal so einen Monat, das wärs. Aber da man heute weiß, was nach der Weimarer Republik kam, nein danke.

Sie besingen auch die „Bar zum Krokodil am Nil“. Was meinen Sie, was es da zu trinken gab?

Neben Softdrinks ... doch nicht etwa auch Alkohol? Auf jeden Fall Vergorenes.

Und was trinken Sie in Bars?

Vergorenes!

Speziell?

Ich trinke auch gerne Whisky. Aber nicht täglich. Nach der Arbeit ist Alkoholisches gefragt.

Nun waren die Zwanziger auch eine Hochzeit der Cocktails ...

Um alkoholische Mischgetränke mache ich immer einen Bogen. Weil die sich wie Limonade wegtrinken und man am nächsten Tag weiß, dass es keine war.

Wenn Sie ein Lied nennen müssten, das für Ihre Kunst steht, wäre das der „kleine grüne Kaktus“?

Nee, dazu ist er nicht subtil genug. Ein Kenner hat mal gesagt, der „Kaktus“ habe etwas Anarchisches. Das sind wir nicht. Aber er steht insofern für uns, weil er Erwachsene und Kinder ins Boot holt ... wir haben ja auch sehr viele Kinder in unseren Konzerten. Die hören dann gerne „Mein Gorilla hat ‘ne Villa im Zoo“. Die Doppeldeutigkeiten und Schlüpfrigkeiten gehen denen natürlich nicht auf.

Wie weit werden Sie mit Ihren Repertoire noch gehen? Kann es sein, dass Max Raabe irgendwann Rudi Schurickes „Capri-Fischer“ besingt?

Es gibt Weniges in den Fünfzigern und Sechzigern, was mich umhaut. Aus dieser Zeit höre ich persönlich lieber Dean Martin und so etwas.

Sinatra?

Ich glaube nicht, das ich der Richtige dafür bin, das können andere besser.

Wie ist es mit ‚Max Raabe singt Rammstein‘?

Das schon eher, die haben schon einige tolle Texte dabei.

Weitere Zukunftspläne, vielleicht tourmäßig?

Australien! Das ist unglaublich, wenn mir das jemand vor Jahren gesagt hätte, den hätte ich für blöd gehalten. Und nun ein Auftritt in der weltberühmten Sydney Opera. Dazu noch Melbourne. Und da wir gerade auf dem Weg sind, geben wir noch ein Konzert in Singapur.

Darauf einen Singapur Sling.

Sie wissen doch, ich trinke keine Cocktails.

Max Raabe & Palast Orchester sind am 28. und. 29. März, jeweils 20 Uhr, im HCC zu Gast. Karten gibt es in den NP-Ticketshops.


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