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Kultur Literaturnobelpreis geht an Mario Vargas Llosa
Nachrichten Kultur Literaturnobelpreis geht an Mario Vargas Llosa
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12:37 08.10.2010
Mario Vargas Llosa erhält den Literaturnobelpreis. Quelle: dpa

VON SUSANNE GABRIEL

Es wird kolportiert, dass sie sich geprügelt haben. Tatsächlich hat Mario Vargas Llosa seinen langjährigen Freund Gabriel Garcia Marquez auf dem PEN-Kongress in New York 1986 wohl nur beschimpft. Jetzt bekommt Vargas Llosa als erster südamerikanischer Autor seit 1982 den Literaturnobelpreis – damals war Garcia Marquez ausgezeichnet worden.

Vargas Llosa stand lange auf der Liste des Nobelpreis-Akademie. Der 74-jährige gebürtige Peruaner gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller der spanischsprachigen Welt. Der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck, erklärte: „Mit ihm wird auch ein Intellektueller gewürdigt, der sich in seinem Werk und in seinen politischen Einlassungen immer deutlich positioniert und für die Einhaltung der Menschenrechte nicht nur in Lateinamerika eingesetzt hat.“

Auch politisch hat sich Vargas Llosa engagiert: 1990 unterlag er als bei der Präsidentenwahl knapp dem späteren Sieger Alberto Fujimori. „Ich habe viele Dinge über mein Land gelernt. Ich habe auch viel über mich selbst gelernt. Ich habe gelernt, dass ich kein Politiker bin“, sagte er später.

Als er 2008 den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung erhielt, sagte er: „Wir selbst stellen fest, was Freiheit bedeutet, wenn sie uns fehlt.“ Ohne die Möglichkeit, Fantasie zuzulassen, könne ein Schriftsteller nicht arbeiten.

Seit Abschluss seines Literaturstudiums hat Vargas Llosa die meiste Lebenszeit außerhalb Perus verbracht, meistens in Europa. Bekannt wurden seine Bücher wie „Die Stadt und die Hunde“, „Das grüne Haus“ und zuletzt „Das böse Mädchen“. Der Schriftsteller wurde vielfach ausgezeichnet. Er hat allein 43 Ehrendoktortitel.

Vargas Llosa wurde von der Nachricht überrascht: „Ich dachte zuerst, ein Freund hätte sich einen Scherz mit mir erlaubt.“ Peter Eglund, Chef der schwedischen Nobel-Jury, erzählte: „Er war schon um fünf Uhr aufgestanden, um sich auf eine Vorlesung vorzubereiten. Unseren Anruf bekam er um viertel vor sieben und war schon kräftig am Arbeiten.“

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