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Leaning into the Wind

Leaning into the Wind
© Piffl

Kino

„Leaning Into The Wind“ – Meditative Doku

Zurücklehnen und sich verblüffen lassen: Die äußerst unterhaltsame Doku „Leaning into the Wind“ (Kinostart am 14. Dezember) begleitet den Land-Art-Künstler Andy Goldsworthy beim Schaffen seiner oft erstaunlich kurzlebigen Kunstwerke.

Hannover. In seinem vielfach preisgekrönten Film „Rivers And Tides“ (2001) gab Thomas Riedelsheimer schon einmal Einblicke in das spannende Schaffen des Land-Art-Künstlers Andy Goldsworthy. Nun legt er nach. Er begleitete den 1956 in Cheshire geborenen Briten bei Projekten in den USA, in Brasilien und Gabun, aber auch in weniger weit entfernte Regionen, in denen Goldsworthy der Natur – mal mehr, mal weniger aufwendig – erstaunliche Werke abgewinnt. Immer wieder zieht es den Künstler zu einer umgestürzten Ulme an einem Bach im schottischen Dumfriesshire, wo er stets neue Ansätze für seine Arbeit findet.

Goldsworthys Kunstwerke sind der Natur abgerungen

Zwischendurch gibt Goldsworthy Privates preis, erzählt etwas über seinen künstlerischen Ansatz und sein Naturverständnis, das auch den städtischen Raum nicht ausschließt. Doch im Fokus steht klar seine Kunst. Die besteht mitunter einfach nur darin, dass er sich durch eine winterlich entlaubte Hecke hangelt oder sich – siehe Filmtitel – an einem Abhang der Kraft des Windes anvertraut, die ihn in der Schwebe hält.

Hier gibt’s den Trailer zu „Leaning into the Wind“

Überhaupt sind die Früchte seines Schaffens oft so flüchtig, dass man sie nur auf Fotos oder eben in Filmaufnahmen bewundern kann. Wenn er sich etwa bei beginnendem Nieselregen auf einen steinernen Boden legt, ist die sich nach dem Aufstehen abzeichnende Körperkontur bald nicht mehr zu erkennen. Gern arbeitet Goldsworthy auch mit feuchten Blüten und Blättern, mit denen er geduldig mal eine Baumleiche, mal eine Treppe drapiert – was zu erstaunlichen Effekten führt. Dauerhafter sind seine „Sleeping Stones“ in Spanien – in Stein gefräste und gemeißelte Kuhlen, die Vorbeikommende zum Hineinlegen einladen.

Fred Friths Filmmusik liefert dezente Klänge

Regisseur Riedelsheimer fängt Goldworthys Werk und Wirken unaufgeregt ein und präsentiert es doch wirkungsvoll. In Verbindung mit den von Fred Frith beigesteuerten dezenten Klängen wird seine Doku zu einem fast meditativen Filmerlebnis. Also: Zurücklehnen und verblüffen lassen.

Von Jörg Brandes / RND


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