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Kultur Kunstverein Hannover: Spannendes Programm 2011
Nachrichten Kultur Kunstverein Hannover: Spannendes Programm 2011
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10:23 20.08.2010
Verblüffend: Eine Maske aus Nike-Schuhen wird der kanadische Künstler Brian Jungen zeigen.

VON HENNING QUEREN

HANNOVER. Was Grimms Märchen und McDonald’s miteinander zu tun haben? Die dänische Künstlergruppe Superflex hat sich darauf einen ganz eigenen Reim gemacht. „Flooded McDonald’s“ heißt ihr schräger Film, in dem der 1:1-Nachbau einer Burger-Filiale mit allem, was dazugehört, vollständig unter Wasser gesetzt wird. Pommes in Seenot.

Inspiration für das Ganze ist das „Märchen vom süßen Brei“, der wächst und wächst und wächst. Passt, denn „Über die Metapher des Wachstums“ (25. Juni bis 28. August 2011) heißt die große Themenausstellung der kommenden Kunstvereinssaison. 15 künstlerische Positionen (darunter die spektakulären Videoinstallationen von Reynold Reynolds und die Ketchup-Ästhetik von Michel Blazy) vereint das internationale Ausstellungsprojekt (mit Hannover und Basel), das sich mit Wachstum und Verfall beschäftigt – und im Mittelpunkt des Kunstvereinsprogramms für 2011 steht, das Kunstvereinsdirektor René Zechlin gestern präsentierte.

Der Nachwuchs legt vor, die erste Ausstellung zeigt die beiden Stipendiaten Sebas­tian Neubauer und Özlem Sulak (26. Februar bis 3. April 2011). Neubauer ist mit schrägen Videos und Fotos dabei, Einblicken in seine „Villa Vaude­ville“, in der sich Künstlerfreude und andere Gäste ausgelebt haben. Vielversprechend der Titel seines Videos „Mit Yoko Ono als Idee unter der Autobahn zur Hölle“. Özlem Sulak beschäftigt sich filmisch mit dem Thema Migration und war auch schon auf dem Filmfestival von Locarno vertreten.

Kultische Indianermasken aus Nike-Turnschuhen, darauf muss man erst einmal kommen: Der Kanadier Brian Jungen (16. April bis 13. Juni 2011) gehört zu den profiliertesten Künstlern das amerikanischen Kontinents und fertigt Skulpturen aus überall erhältlichen Billigprodukten. Bekannt wurde er durch ein Walskelett in Originalgröße aus Plastik­stühlen.

Etwas sperriger dürfte die Einzelausstellung der Britin Eva Rothschild sein (10. September bis 13. November 2011). Klarheit und Strenge zeichnen ihre Skulpturen aus, die meist aus Leder, Papier, Textilien, Holz oder Metall bestehen. Ihr Geschlinge hat es immerhin schon in die Tate Modern in London geschafft.

Seine Filme haben den Rätselgrad von David-Lynch-Streifen: Der Österreicher Markus Schinwald (11. November 2011 bis 13. Februar 2012) stattet dabei („Ten in Love“) Schauspieler mit Prothesen aus und lässt sie unerklärliche Rituale ausführen. Bekannt wurde er durch übermalte Biedermeier-Bilder.

Die Kunstvereinsvorsitzende Ellen Lorenz erhofft sich von dem Programm verstärkte Kooperationen mit Unternehmen und Institutionen: „Wir wollen die Kunst noch weiter in die Stadt hineintragen.“

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