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ERDBEBENNAHE VIBRATIONEN:  Evelyn Glennie bei ihrem Herrenhäuser Konzert.

ERDBEBENNAHE VIBRATIONEN:
 Evelyn Glennie bei ihrem
Herrenhäuser Konzert.© PHILIPP VON DITFURTH

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Kunstfestspiele

Kunstfestspiele Herrenhausen: Ausklang mit Tiger und Drache

Man muss schon nach Herrenhausen kommen, wenn man den „kauernden Tiger“ und den „versteckten Drachen“ musikalisch in voller Pracht erleben möchte. Mit zwei hochklassigen Schlagwerkkonzerten sind Sonntag die Kunstfestspiele zuende gegangen.

Hannover. 7000 Besucher kamen zu den 24 Veranstaltungen. Im Vorjahr waren es noch 8000 Besucher - allerdings bei einem Drittel mehr Veranstaltungen. „Wir sind jedenfalls hochzufrieden“, so Festivalintendantin Elisabeth Schweeger. Durch die Konzentration habe man die Auslastungsquote von 77 auf über 80 Prozent gesteigert.

Und 2013 gehts weiter unter dem Motto „Heimat und Utopie“ (31. Mai bis 22. Juni). Die Stadt hat signalisiert, dass sie im Boot bleibt. Mit den übrigen Sponsoren verhandelt Elisabeth Schweeger, nachdem in diesem Jahr die dreijährige Anschubfinanzierung ausgelaufen ist.

Mit dem etwas populäreren Programm kann man punkten. Das zeigte sich nicht nur beim Open-Air-Konzert mit Startrommler Martin Grubinger im Gartentheater. Gestern war auch die Galerie ausverkauft beim Auftritt von Evelyn Glennie, der Ausnahmeschlagzeugerin, die eins ihrer raren Konzerte mit dem Taipei Chinese Orchestra gab.

Erdbebennahe Vibrationen: Auf dem Programm des „Tiger and Dragon“-Abends mit der 15-fachen Ehrendoktorin Glennie, die mehr als 1800 Schlagzeuge besitzt, standen zeitgenössische chinesische Kompositionen, Suiten über chinesische Gedichte und Konzerte von Tan Dun (Filmmusik zu „Tiger and Dragon“) für großes Orchester. Mit dem Konzert feierte die Hannoversche Gesellschaft für Neue Musik (HGNM) ihren 25. Geburtstag.

Eine echte Expedition auch das Konzert mit „Les Percussions de Strassbourg“, die sich an das seltene Kultstück „Le Noir de L’Étoile“ von Gérard Grisey wagten und in der Orangiere zum „schwarzen Stern“ abhoben. Sechs extrem beschäftigte Schlagzeuger waren im Publikum verteilt und brachten die Zuhörer mit ihrem einstündigen Gewitter aus interstellaren Klangkaskaden an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit - 1990 hatte der französische Komponist seiner Partitur die Radiowellen zweier Pulsare zugrunde gelegt. Per Zuspielband wurden mit einem Sechs-Kanal-Surroundsystem die originalen Pulsarklänge in den Konzertsaal abgestrahlt. Kosmisch!

Bewertung: 5/5


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