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Kultur Kolossale Ekstase bei „Boybands Forever“
Nachrichten Kultur Kolossale Ekstase bei „Boybands Forever“
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00:16 14.02.2018
Bunte Tüte: Das Musical „Boybands Forever“. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Kolossale Ekstase im ausverkauften Theater am Aegi. Das Phänomen Boybands funktioniert auch als Musical, in diesem Fall „Boybands Forever“,

Buch und Regie stammen von Quatsch-Comedy-Club-Gründer Thomas Hermanns. Der Comedian Ole Lehmann moderiert. „Jungs, seid ihr auch da?“, fragt er. „Jaaa“, brummen ein paar Begleiter weiblicher „Feierbiester“. Es ist Ladies’ Night. Ein tiefer Graben teilte die Schulhöfe der 90er Jahre, erläutert Lehmann: „Wer ist besser: Take That oder Backstreet Boys?“, fragt er auch hier in die Runde. Die US-Boys gewinnen überraschend die Abstimmung, Hannover ist doch eigentlich Robbie-Stadt.

Lehmann legt sich ins Zeug, um die Machart der Boybands zu erklären, ihren Zauber und das Muster dahinter: Eine Boyband besteht in der Regel aus fünf Burschen, im Aegi beginnt es mit John. Er gehört dem Typus A an, ist der Schönste und der gemeinsame Nenner aller Fans. Typ B ist eher ein Bruder, denn ein Lover. Hier ist es der sportliche Rik. Er reißt sich das Hemd auf, die Mädels explodieren, Riesenjubel für seinen Robbenbaby-Blick. Typ C ist dann der Süße Sascha, niedlich und friedlich. Typ D – wie „dangerous“ – denn jetzt wird es gefährlich, der düstere Lucian ist leicht depressiv und „drogensüchtig“: Die Bande braucht einen Bad Boy. Der eher blasse Fünfte heißt hier Alex, wie man später erfährt, er ist der Typ E.

Und endlich geht es mal los, die Vorstellung der Fünfer-Gang hat einige Zeit in Anspruch genommen. Nun stehen die Fans, sie klatschen und singen zu „Step by Step“ und „Tearin’ up my Heart“, die Zeitreise in vergangene Jahrzehnte beginnt. Der Treibstoff des Mädelsabend ist Prosecco, es gibt Fan-Shirts auf denen „Boybands before Boyfriends“ steht, und gesungene Versprechen wie „I’ll never break your Heart“. Tatsächlich, die Boybands waren der größte Hype der 90er. Ein sexy Strip zu „Quit Playing Games (with My Heart)“ unter einer Dusche auf der Bühne lässt die Frauen beinahe die Fassung verlieren. Doch die Pause und danach „It’s Alright“ von East 17 beruhigen die Gemüter. Lehmann verteilt Stofftiere, die können dann später auf die Bühne zurückgeworfen werden.

Mit Juli aus dem Publikum singen die fünf Beaus „Love Me for a Reason“, einen Song von Boyzone. Juli kennt den Text und kann professionell mithalten. Die gute Band spielt laut und druckvoll, ob „I Swear“, eine All-4-One-Parodie oder „I Want It That Way“, mit einer gespielten und „zwischenmännlichen“ Auseinandersetzung unter zwei Sängern. „When Will I Be Famous?“ – obwohl die sorglosen Boyband-Zeiten vorbei sind, mit diesen fünf Akteuren und ihren guten Stimmen, ist ein Comeback nicht ausgeschlossen.

Von Kai Schiering

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