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Kultur Knabenchor betört in der Marktkirche
Nachrichten Kultur Knabenchor betört in der Marktkirche
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12:42 26.08.2018
Der Schauplatz: Eine Außenansicht der Marktkirche. Quelle: dpa
Hannover

Große Musik, volle Marktkirche: Mit einem besonderen Programm warteten der Knabenchor Hannover und zahlreiche Gäste auf. Der inhaltliche Schwerpunkt lag beim venezianischen Spätbarock.

Originell stellte sich schon der Aufbau dar, war die Bühne doch ins rechte Seitenschiff verlegt – ob dies die Akustik begünstigte, sei allerdings dahingestellt. Die zentralen Kompositionen stammten von Diogenio Bigaglia (1676–1745); ihre Wiederentdeckung ist Lajos Rovatkay zu verdanken, einst Professor an der hannoverschen Musikhochschule.

Es sind ganz fantastische Werke, diese nur aus Kyrie und Gloria bestehende Messe in F und das Miserere in c. Kunstvoll gesetzt, dabei streckenweise durchaus eingängig, fast mit einem gewissen Swing, jedoch niemals banal: Tiefgründigkeit und Unterhaltungswert schließen sich eben keinesfalls aus.

Dazu müssen indes natürlich auch die richtigen Interpreten am Start sein. So wie in diesem Fall der überzeugend ausbalancierte Knabenchor Hannover und ein Solistenquintett, in dem – ohne die Leistung von Altus Alex Potter und Tenor Georg Drake schmälern zu wollen – die Sopranistinnen Veronika Winter und Magdalene Harer durchweg, Bass Markus Flaig mehrfach spezielle Akzente setzten.

Die äußerst flexiblen Instrumentalisten vom erst 2014 gegründeten Barockensemble „la festa musicale“ erwiesen sich ebenfalls als Gewinn; bei Vivaldis ungewöhnlich dunkel angehauchter Sonata „Al Santo Sepolcro“ hatten sie die Bühne für sich. Jörg Breidings musikalische Gesamtleitung war tadellos, ebenso engagiert wie präzise.

Zu hören gab es außerdem das frühe Magnificat von Agostino Steffani und das Credo in F des in Hannover geborenen Antonio Lotti. Und wenn man etwas an diesem feinsinnigen Konzert kritisieren mag, dann höchstens die etwas gar zu üppige Dauer, kratzte es doch an der pausenlosen 100-Minuten-Marke. Womit man allerdings den Aufzug zur Abteilung „Luxusprobleme“ betritt.

Von Jörg Worat

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